Dienstag, 3. Juni 2014

Ingolstadt - Werden wir olympisch

 Man hat ja als Ausdauersportler ab und zumal so Schnapsideen. Und meine Wenigkeit, der seit 4 Jahren die Marathone dieser Welt unsicher macht, beschloss also dieses Jahr die Triathlonwelt unsicher zu machen.

Ich bin nicht der schnellste (eher der langsamste), aber ich sage mir immer: Wenn ein Veranstalter einen Zielschluss definiert, dann muss er auch damit rechnen, dass diesen jemand ausnutzt. Und so wurde die Idee geboren dieses Jahr eine Halbdistanz anzugehen. Und irgendwie klickte der Finger so durch die angebotenen Halbdistanzen dieser Welt und blieb bei Kraichgau hängen. Und hängen und dann sagte der Bauch: Ja, das ist es. 1000 Höhenmeter beim Rad? So what! 250 beim laufen? So what! Und einfach kann ja jeder.

Damit war der Plan für 2014 klar umrissen: Challenge Kraichgau. Irgendwie ins Ziel kommen. Gerne auch mit 7:59:59 und auf allen vieren krabbelnd. (Zielschluss ist 8:00:00).

Aber selbst für so ein Ziel muss man trainieren. Hart und viel. Und das mache ich auch brav seit Februar. Und vorher sollte man vielleicht mal einen Testwettkampf absolvieren. Gerade weil 1,9 Kilometer Freiwasserschwimmen nicht gerade das sind, was ich jeden Abend nach der Arbeit mache. Man kann auch sagen: Ich bin der schlechteste Schwimmer der Triathlonwelt. Ich brauch für 500 Meter immer 15 Minuten. Der Gag dabei: Das gilt auch, wenn ich vorher schon 1,5 km geschwommen bin.

Da bietet sich als Testwettkampf natürlich eine olympische Distanz an. 1,5 KM? Da schafft man auch die 400 mehr.

Und da der Gerhard Budy eine gewisse Affinität zu unserer Abteilung hat und wir ganz liebe Mitglieder im Süden der Republik haben, war relativ schnell klar, dass die Probe in Ingolstadt stattfinden soll.


Elmos Reisebüro hatte ganz schnell Hotelzimmer und alles gebucht und so war eigentlich alles super klar. Dann verging Zeit, das uns übliche Chaos regierte und am Ende hatte niemand mehr auf der Pfanne, dass wir mit Abendessen am Samstag gebucht hatten. Oder so ähnlich. :-)

Aber das gebuchte Hotel war schon mal klasse. Man musste zwar irgendwie zwingend durch eine Baustelle fahren, die für den Verkehr gesperrt war, aber sonst gab es eigentlich nix zu meckern. Billig, bequem, schöne Zimmer und Regenwasserdusche.

Und das Essen am Samstag Abend war der Hit. Wir besitzen nun Menschen, die vegan leben und gerade in Bayern hätte ich gedacht, dass dies zu einer Überforderung führt. Aber im Gegenteil. Selbst ein hammer leckeres veganes Tiramisu wurde für uns gezaubert.

Nebenbei Danke an die doch tollste Triathlonabteilung der Welt. Tolle Orga, alles liebe Menschen und der Spirit. Ich kann euch sagen. <3 Leider fielen noch ein zwei Mitglieder der Krankheit zum Opfer, aber ich hoffe, dass die schon wieder gesund und munter sind und 2015 dann mit kommen.

Kommen wir aber zum Wettkampf: Startnummern holen? Unproblematisch! Messe? Klein aber fein! Inklusive der Chance noch einen neuen Neo zu kaufen :D. Und ein Rennradtrikot als Goodie finde ich mal einen ziemlichen Hammer. Nur gelb-schwarz? Äh ;-)

Check In der Räder bereits am Samstag ohne großen Stress möglich, Helfer und Kampfrichter dabei sehr freundlich und hilfsbereit. Insgesamt haben Gerhard und Konsorten da eine sehr feine Veranstaltung hingestellt. Kleine Kritikpunkte gibt es, wie z.B. kein auffindbares Dixie in der Wechselzone und überhaupt etwas wenig Dixies am Start, aber da bin ich auch oberkritisch.

Nebenbei Radcheck-In:



Radstrecke (20 Km) im Rahmen einer Staffel mit diesem Hobel nebenbei in 46 Minuten gedrückt. Respekt.


An den Beginn einer Veranstaltung legte der Triathlongott die Wettkampfbesprechung, die auch hier nicht wirkliche Neuigkeiten beinhaltete, außer der Frage "Wo soll man eigentlich lang schwimmen?" Das war schon ein kleiner Irrgartenkurs, aber die Erklärung war gut und so konnte man das gut erschwimmen. Und dann kam das Grußwort des Ingolstädter Bürgermeisters. Der folgendes (sinngemäß) sagte:

"Ja, ich hoffe, dass Sie ihre Ziele erreichen und vielleicht werden ja auch die geheimsten Wünsche wahr."

Äääähhh Bilder, Bilder, die ich nicht haben will.

Rein in den See. Und es war um es mal ehrlich zu sagen Arschkalt. Und nicht mal Astra. Die ersten Züge fallen dementsprechend hektisch und kurz aus. Man muss dann ein Mantra sprechen. So in folgender Art:

"Du kannst das, du bist ganz ruhig, ruhige lange Züge"

Und plötzlich flutscht das. Es geht voran, zwar langsam, aber es geht voran. Und hey! Da ist einer langsamer als du. Also überholt und immer weiter. Immer locker weiter. Irgendwann kommen die schnellen der nächsten Startgruppe. Also noch einmal durchatmen, Mantra sprechen, vorbei lassen. Läuft alles easy.

Nur einmal hab ich mich verfahren. Ganz links zu schwimmen, wenn man am Ende rechts abbiegen muss, ist irgendwie doof. Insbesondere wenn die schnellen Mitteldistanzler kommen, die noch weiter nach links wollen. Aber da war eine Lücke im Feld, kurz durchgestossen und weiter.

Außer einem klitzekleinen Krämpfchen was auch sofort wieder weg war (war das überhaupt einer? Wahrscheinlich mehr Kopf als alles andere) flutschte ich mit für mich perfekten 43:32 aus dem Wasser in die WZ 1.

Da war ich ehrlich gesagt zu langsam. Bis ich das alles angezogen hatte, was ich aufs Rad mitnehmen wollte, vergingen 7 Minuten. Okay. Im echten Wettkampf würde man sich eventuell keine Ärmlinge überziehen und lieber auf dem Rad zu Beginn etwas frieren. Aber hier galt das nicht. Und Stylepunkteabzug gibt es natürlich ganz viele für falsch herum angezogene Ärmlinge.

Die Radstrecke begann mit einem engen Stück. Es war Überholverbot angesagt. Dran gehalten hat sich...

NIEMAND. (jetzt behaupten Blogger von sich ja was anderes, aber das kann ja jeder behaupten)

Und da muss man auch mal Kritik äußern. Da kann dann auch mal jemand stehen und die zur Sau machen. Denn die Strecke war noch mit Hütchen unterteilt, weil Gegenverkehr möglich war und das wurde teilweise schon sehr eng. Ne Leute, da kann man auch als Mitteldistanzler mal einen Gang rausnehmen und nicht wie ein Irrer an den Leuten vorbei ballern, die gerade noch ihre Klickpedale suchen.

Danach ging es auf eine schöne, relativ flache Radstrecke. Also: Kette rechts und gib ihm. Der Plan bei 40 km Rad ist natürlich: Anschlag fahren und auf der Laufstrecke hoffen.

Das ganze als Wendepunktstrecke ohne Wendepunkt. Sondern einfach nur mit einer Kleinen Runde um zwei Dörfer und dann ging es wieder zurück. Da auch die beiden schwierigen Anstiege, die ich aber relativ gut hoch gekommen bin. Das wird im Kraichgau dann natürlich anders. Schön viel Publikum an der Strecke, inklusive Disco am Rand. Das motiviert. Und ich habe ja auch Zeit allen Leuten zu winken :-).

Nach 1:21:50 sprang ich also vom Rad. Da hat der alte Schlingel Gerhard die Radrunde aber ein kleines Stück länger als 40 km gemacht, denn ich war locker bei einem 30er Schnitt.

Hier noch ein klitzekleiner Kritikpunkt. Ein Kreisel muss durchfahren werden, die Mitteldistanzler nutzen den als Wendepunkt und drehen die Runde noch mal. Die olympischen müssen irgendwo ausfahren. Aber wo? Bremsen, suchen, teilweise verfahren bei Leuten war die Folge. Da stand zwar eine liebe Helferin, aber die sieht und hört man zu spät. Ein kleines Schild und das Problem wäre gelöst. Klar, wo das Feld noch eng ist, gibt es das Problem nicht, da kann man Lemming machen. War es bei mir aber nicht mehr.

Der zweite Wechsel flutschte nun aber und 2:53 später war ich auf der Laufstrecke. Oh, da ist der Sven. Da geb ich doch mal Gas, schließe zu ihm auf und frage ihn wie es ihm geht. Die Antwort wird er garantiert in seinem eigenen Blog länger schildern. Fakt war: Der Zustand war zu unterschiedlich um zusammen zu laufen. So nahm ich meine Haxen und düste weiter. Ups. Kilometer in unter 6 Minuten? Und das ohne wirklich am Anschlag zu laufen? Nun bloss nicht überpacen und bei Kilometer 8 den Heldentod sterben. Kontrollierte Offensive würde Otto Rehagel das nennen, was nun folgte. Die Kilometer immer so zwischen 5:50 und 6:10 abgerissen. Und nicht eingebrochen. Ging auch am Ende noch wirklich gut.

Nur die rechte Wade zwickte so ein bisschen, so dass ich nun keinen Endspurt oder so riskieren wollte. Die - etwas zu kurze - Laufstrecke endete also in 0:57:43 und die die Gesamtzeit blieb bei 3:12:45 stehen.

Der Plan war ja so irgendwas um die 3:10 gewesen. Aber geplant waren 44 Min schwimmen, 1:20 Rad und 1:00 laufen. Und eben nur 6 Minuten für beide Wechsel. Nun gut, das ist nun ehrlich gesagt kein Problem.

Kurz: Ich bin mega zufrieden. Das lief doch alles gut nach Plan. Auch die Ernährung (neben Gel schwöre ich seit neustem auf Marsriegel) lief gut und wurde gut vertragen. Da hatte ich schon ganz andere Probleme in meiner Sportlerkarriere.

Danach noch alle Vereinsmitglieder bepöbelt, gefeiert und dann nach Nürnberg gefahren und sich den örtlichen Spezialitäten gewidmet. 

Next stop: Challenge Kraichgau

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Der MTB Esmeralda sieht sich auf dem richtigen Weg nach Roth




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