Sonntag, 21. Juni 2015

Ich wollte doch eigentlich nicht... / Hella Halb 2015

... aber irgendwie ging es dann doch nicht ohne. Eigentlich wollte ich dieses Jahr bei keinem Wettkampf starten.

Aber irgendwie juckte es dann doch und wenn man sich als Zielzeit eine 3:00:00 setzt, dann müsste doch ein Halbmarathon irgendwie laufbar sein. Insbesondere wenn die Trainingseinheiten der letzten beiden Wochen sehr schön und locker von der Hand gingen und ich mich jetzt besser fühle, als das ganze Jahr vorher.

So brach ich dann alle guten und schlechten Vorsätze und murmelte Samstag an der Hallerstraße das gemeine Wort "Nachmelden". Kurze Zeit später war ich um eine ordentliche Bargeldsumme ärmer und um eine Startnummer reicher.

Der Hella Halb. Eine der wenigen Massenveranstaltungen, die ich immer noch gerne mit laufe. Nie wirklich ein Ziel von mir, was Training angeht. Meistens irgendwie direkt nach einem Höhepunkt oder nach einer längeren Erholung gelegen. Aber ich laufe seit Juli 2009 und habe seitdem jeden möglichen Hella Halbmarathon (sprich das erste Mal 2010) mitgelaufen. Half nix, irgendwas in mir sagte: Statt Heilbronn, dann halt Hella.

So stand ich Sonntag zu früh auf, freute mich auf die Exilfamilie (sprich @exilfortunin und @exilsgdfan) und freute mich auf einen lockeren schönen Lauf.

Auto am Ziel geparkt und kurz noch auf Klo gewollt. Weil es zwar am Ziel, nicht aber am Start Wasserklos gibt. Und nennt mich Weichei oder Luxusscheißer, aber ich mag Wasserklos lieber. Aber wenn der vor mir stöhnt, als ob er den Orgasmus seines Lebens hat und dreimal spült und ungefähr genügend Klopapier für einen Kindergeburtstag abrollt, dann äh dann ist das too much information und man geht zu einem anderen Klo.

Und ja, da müsst ihr jetzt durch. Ich musste das immerhin real life erleben.

Der Pendelbus brachte mich ruhig und entspannt zum Start und ich war natürlich viel zu früh. Aber the early bird catches the free Dixie. Und ich mag alles, aber keine Hektik vor dem Start.

Ich steh da also so rum, da schnackt mich doch echt der  @combator von der Seite an. Nett dich getroffen zu haben, Digga. Und dann hast du ja echt ein Brett in den Hamburger Asphalt gedrückt. Noch kurz mit der Exilfamilie und  @datjulken geschnackt und dann ging es zum warmlaufen und in die Startaufstellung. Zufällig noch die @knotensusi getroffen und damit war die Twitterlaufgemeinde auch fast vollzählig getroffen.

Ich hatte mir vorgenommen LANGSAM los zu laufen. Der Start an der Reeperbahn führt dazu, dass man erstmal bergab läuft. Das verleitet dazu Gas zu geben und dann ist es schwierig wieder raus zu nehmen. Langsam also los. Ups, der erste Kilometer war dann doch eine 6:30. Naja, hier war ich häufig genug auch schon mit einer 5:50 los gedüst. Um dann zu sterben.

Dann erstmal ab in die Hecke und schon ist man bei der Wende und läuft runter Richtung Fischmarkt. Ich achtete auf einen ruhigen, lockeren Lauf aus dem Fußgelenk und blieb so bei 6:34, 6:35, dann auch mal eine 7:04. Letztere, weil man dann die Helgoländer Allee hoch muss. Ja liebe Nicht-Hamburger, Hamburg ist - wie beinah jede Fluss-Stadt NICHT flach.

Noch mal über die Reeperbahn, noch mal Wende und dann an der Speicherstadt vorbei in Richtung Alster. Ich werde kein Freund mehr, dass man Läufe in Hamburg durch den Wallringtunnel führt. Ich mag das nicht da drin. So guckte ich der Dame vor mir auf die Schuhe und irgendwie ging es so ganz ruhig und irgendwie in OOOOOHHHHMMM da durch. Huch! Wir sind ja schon bei KM 12. Ich hatte mir Samstag noch zwei Gele gekauft und nutzte die. Passte gut und obwohl ich zwischen 7:14 und 6:35 schwankte, hatte ich das Gefühl locker und konstant laufen zu können.

Aber gerade diesen Halbmarathon sollte man nicht vor dem Abend loben. An der Alster muss man kurz wenden. Und wen sehe ich da auf der Gegenseite kurz vor mir? Zwei liebe Bekannte, kurz gewunken, gefreut und ich überlegte kurz, ob ich Gas gebe. Schnell wieder verworfen, denn dafür war ich mir zu unsicher, ob ich durchlaufen könnte.

Normalerweise kommt beim Hella Halb ab Kilometer 15 mein heldenhafter Einbruch. Alleine schon, weil es jetzt immer wieder von der Alster hoch und zur Alster runter. Aber siehe da: Ich schwankte zwischen 7:03 und 6:45, lief also sehr konstant und fühlte mich auch locker. Endspurt? Vergiss es! Das ging dann auch nicht. Und so lief ich weiter.

Dann kommt noch mal eine fiese Steigung und die Rothenbaumchaussee als Zielgrade ist auch noch mal bergauf, aber es ging gut. Locker. Ich überholte die ganze Zeit eher, als dass ich überholt wurde. Ein schönes Gefühl. Leider waren unter den überholten auch besagte zwei Freunde. Der Fuß der Dame hatte genörgelt und da die beiden "frei von jedem Ehrgeiz" (Zitat) laufen, beschlossen sie den Rest Weg zum Erdinger zu Fuß zu gehen. "Trink ja nicht zwei" hörte ich noch, als ich sie verlies. So muss man laufen.

Nicht so schön waren die armen Läufer, die am Straßenrand lagen. Normalerweise ja eine Kunst, die insbesondere junge Männer beherrschen, die einfach nicht auf ihren Körper hören, denn heute muss doch die Bestzeit fallen (auch wenn es 35 Grad sind), diesmal jedoch waren es Mädels. Eine gut 700 Meter vor dem Ziel. Oh man. Das ist ärgerlich. Ich hoffe allen geht es wieder gut. Das ist echt immer nicht schön.

Weiter lief ich konstant knapp unter 7 Minuten und so war mein 5. Hella Halbmarathon nach 2:24:39 Geschichte. Das ich dieses Jahr schon gut 11 Minuten schneller auf der Halbmarathondistanz war, ist geschenkt. Dafür ist zwischendurch zu viel Murks passiert und ich einfach nicht in Topform. Für meine Form von Heute ist das ein wirklich tolles und gutes Ergebnis.

Der Lauf ist gut organisiert, man hat genügend Platz und es gibt ungefähr jedes Produkt von Hella, was man sich vorstellen kann. Ganz billig ist er nicht, aber das liegt natürlich auch an der Sperrung von vielen Innenstadtstraßen. Nun ist er wohl von der Finisherzahl die Nr. 2 in Deutschland. Berlin? In 10 Jahren haben wir dich. Vielleicht bin ich dann ja auch mein 15. Hella Halb gelaufen!




Sonntag, 14. Juni 2015

Einfach mal Rad fahren.

Schon lange überlegte ich, einfach mal von Hamburg nach Bremen oder andersherum mit dem Fahrrad zu fahren.




Leider hat das früher nicht gepasst, so dass ich dieses Wochenende endlich mal die Tour in Angriff genommen habe.




Kurz mal im Internet gesucht und schnell eine Strecke gefunden. An die habe ich mich dann auch zu 90 % gehalten, aber dazu später mehr.




Die Wettervorhersage sagte Gewitter voraus, dies schon ab morgens, aber ich entschied trotzdem mein Glück zu versuchen. Da aber den ganzen Tag Südwind angesagt war, entschied ich mich das ganze als Bremen - Hamburg zu fahren, also erstmal mit dem Metronom bis Bremen zu fahren.


Das Unternehmen Metronom zeichnet sich durch dumme und gute Ideen aus. Über den Umgang mit Fußballfans könnte man hier einen eigenen Blogbeitrag machen, aber darum soll es nicht gehen. Da haben sie sehr dumme Ideen. Bei dem Transport von Fahrrädern haben sie hingegen gute Ideen und haben einen eigenen Fahrradwagen eingerichtet, der Platz für sehr viele Räder bietet. Was er leider nicht bietet ist ein Sitzplatz für die Radler, dass man gleichzeitig sein Rad auch sehen kann. Das ist bei dem Transport eines Rennrades immer etwas nachteilig.

Bequem fährt das Rad nach Bremen



Da mir ein Radwanderer Löcher in den Bauch fragte, vergingen die 90 Minuten bis Bremen wie im Fluge.


Der große Vorteil der oben verlinkten Track ist, dass sie von Hauptbahnhof zu Hauptbahnhof führt. Und so war ich direkt nach dem Hauptbahnhof auf der Spur. Samstag morgens ist auch in Bremen am Hauptbahnhof eher geringer Verkehr, so dass ich ganz entspannt auf der Straße rollen konnte und mit Rückenwind ein gutes Tempo machte.

Bremen Hauptbahnhof, nun geht die wilde Hatz los



Die Straße verlies man dann aber schnell und bereits nach 5 Kilometern schlug man sich bei der Bremer Universität "ins Gebüsch". Man folgt nun den nächsten Kilometern einem glatt asphaltierten Weg, der auf einem Binnendeich angelegt ist. Da ist schnelles und entspanntes Radeln garantiert. Noch kurz die A 27 überquert und dann ist man in der freien Natur.

Auf dem Deich



Sehr bemerkenswert ist, dass bereits hier Hamburg als Radziel ausgeschildert ist. Es gibt einen offiziellen Fernradwanderweg Hamburg - Bremen und der ist nahezu durchgängig gut beschildert. Wenn man bedenkt, wie schwer sich Schleswig Holstein damit tut große Städte als Radziele auszuschildern, dann ist das wirklich lobenswert. In Schleswig Holstein sieht man am Horizont schon die Lübecker Türme, findet aber trotzdem keinen Wegweiser nach "Lübeck".

Selfie nach gut 15 Kilometern



Viel Mensch trifft man nun nicht mehr. Einige Radler, einige Angler, ein paar Hundebesitzer und ein paar Jogger.


Die Sonne brannte, es war warm und ich stellte schnell meinen Fehler fest. Hatte ich doch die Sonnencreme vergessen. Der Gedanke sich irgendwo welche zu kaufen, fiel schon aufgrund passender Geschäfte ins Wasser. Aber man muss auch mal Glück haben und so traf ich nach 12 Kilometern eine dreiköpfige Familie, die a. Sonnencreme dabei hatte und b. dankenswerterweise mir auch noch welche abgab.


Kurz zuvor die erste Schrecksekunde des Tages. Wenn man mit so einem Rennrad unterwegs ist, dann vermeidet man ja gerne Schlaglöcher und zu unebene Straßen. Denn zuviel können Schläuche und Mäntel nun nicht ab. Auf diesem sonst wirklich schön zu fahrenden Stück sind aber Holzbrücken vorhanden, die in einem eher bedauerlichen Zustand sind. Auf die erste Brücke knallte ich mit gut 30 Stundenkilometer, weil ich es einfach zu spät gesehen hatte. Das Rad tanzte und mein Garmin löste sich aus der Halterung und ging auch erstmal auf dem Asphalt tanzen. Zum Glück sind die Teile anscheinend äußerst robust gebaut, denn ohne wirkliche Schäden konnte ich es aufheben und weiter fahren.


Sonst waren die ersten 20 Kilometer bis Fischerhude ein Radhochgenuß. Trotz Fotos machen und einem wirklich gedrosseltem Tempo hatte ich nach 1 Stunde gut 25 Kilometer abgerissen.


Aber man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, denn ab nun nutzt der Radfernwanderweg auch Strecken, die für ein Rennrad absolut ungeeignet sind, aber auch mit einem Touringrad äußerst schwierig zu befahren wären. Schade eigentlich, denn sonst wäre das eine absolute Traumstrecke.


Teilweise unbefestigte Straßen mit ganz vielen Steinen drauf, teilweise - und das ist schlimmer - so sandiger Boden, dass die Reifen durchdrehten und man wirklich Probleme hatte, auf diesen Wegen zu fahren.
Radweg? Sandkiste!


Zum Glück fahre ich relativ robuste Continental Mäntel, sonst hätte ich wohl im Nichts eine Panne gehabt.

Denn nun trifft man nur noch sehr selten einen Menschen. Es gab echt Abschnitte, da sah ich gut 20 Minuten niemanden.

Nach gut 50 Kilometern gingen meine Wasservorräte doch etwas schnell zur Neige und so ein kleines Frühstück kam mir auch in den Sinn. In einem für das Schützenfest geschmücktem Dorf (Name habe ich ehrlich gesagt nicht mir gemerkt) fand sich ein Bäcker, wo man sein Rad so hinstellen konnte, dass es direkt neben dem eigenen Sitzplatz stand.


Nach dieser Pause ging es gut gestärkt weiter. Schöne ruhige Straßen wechselten sich immer wieder mit unbefestigten nervigen Wegen ab. Darunter litt natürlich auch ein bisschen das Tempo, aber am Ende sollte ein 22,6 Kilometer Schnitt auf der Uhr stehen.


Am besten das Stück, wo auf historisches Kopfsteinpflaster hingewiesen wurde. Vergesst Paris-Roubaix, fahrt Bremen - Hamburg. Nun wären 900 Meter Kopfsteinpflaster ja eher so eine Spaßerfahrung, wenn danach nicht der nächste extrem sandige Abschnitt gewartet hätte. Es nützte nix, ich musste ein Stück schieben.

Kopfsteinpflaster Hinweis



Zum Glück hielten sowohl Material, als auch Wetter. Nur leider sind meine Radschuhe nicht wirklich bequem und so musste ich doch mal kurze Pausen machen, um meinen Füssen ein bisschen Luft zu geben. Hier muss ich wohl mal in Material investieren.


Man fährt ein ganzes Stück auch in Sicht- und Hörweite der A 1. Ist schon lustig, man trifft keine Menschenseele, ist irgendwo im Nichts und hört doch die Zivilisation deutlich rauschen. Mit Hilfe meines Garmin begann ich ab Kilometer 65 auch mal Sandabschnitte zu umfahren. Kurz die Karte groß gezogen und dann auf der Straße weiter gefahren. Funktionierte sehr gut und ich bin zum Glück nicht vom Weg abgekommen.

Ist schon schön so in Norddeutschland



In Hollenstedt war dann noch mal eine längere Pause angesagt. So langsam nahm der Wind zu und auch die Bewölkung, so dass klar war, dass irgendwann das Gewitter kommen würde. Da man hier aber schon relativ nah an Bahnstationen ist, war mir klar, dass ich nun schon gut nach Hause kommen würde.



Selfie nach 100 KM







Gut 90 Kilometer waren abgespult und nun kam doch eine neue Herausforderung auf mich zu. Sandwege waren nun Geschichte, aber die Harburger Berge heißen schon nicht zu Unrecht Berge. So waren doch ein paar Anstiege zu meistern. Gerade die Rosengartenstraße bis Sieversen ist mir in Erinnerung geblieben. Ein ständiger Anstieg, der noch mal alle Reserven verlangte.

Übertritt der Stadtgrenze
Innerhalb der Harburger Berge wurden dann auch die 100 KM überfahren. Von hinten näherte sich nun ein Gewitter, aber noch war Abstand vorhanden und so ging es über die Hamburger Stadtgrenze.

Was man in den Harburger Bergen hoch gefahren war, rollte man nun wieder runter und so ging es die Eißendorfer Straße rasant in Richtung Harburg City.

Diese zu durchfahren ist immer wieder ein eigenes Abenteuer. Und ich verpasste eine Unterführung, so dass ich ein paar Kringel machte. Nun in bester Einkaufszeit war an Tempo oder so nicht mehr zu denken. Häufig genug zeigte der Tacho nur noch 10 km/h an. Aber es gilt nun mal Safty first!

Irgendwann hatte ich mich dann aber durch Harburg geschlängelt und stand an der Alten Harburger Brücke. Das Gewitter nun direkt im Nacken. Es begann eine Art Wettrennen. Welches ich aber nicht gewinnen konnte, so dass ich mich ein bisschen unterstellte, den Starkregen passieren lies und dann bei normalem Regen die nächste Bahnstation anpeilte.

In Wilhelmsburg war Musikfestival, so dass an jeder Ecke Musik zu einem drang und Menschen von Veranstaltungsort zu Veranstaltungsort wanderten. Schon eine schöne Stimmung in einem aufstrebenden Hamburger Stadtteil.

Am Ende standen dann 130,9 KM auf meinem Tacho mit einem Durchschnitt von 22,6. Das ist doch ganz ordentlich, wenn man bedenkt, dass auf vielen Abschnitten bedingt durch den Belag ein Tempo fahren nicht möglich war.

Insgesamt hat es richtig Spaß gemacht. Kann ich jedem nur empfehlen. Ich werde die Tour garantiert noch mal machen und dabei versuchen die ganzen Sandwege zu umgehen.















Dienstag, 5. Mai 2015

Leider keine Road to Almere / Ein Jahr ohne A-Wettkampf

Wir machen das hier alles, weil es Spaß macht. Niemand von uns verdient damit ernsthaft Geld und es steht eher die eigene Leistung und die eigene Zeit im Mittelpunkt. Die ist bei mir immer im hinteren Teil des Feldes, ist so. Reicht mir und macht mir Spaß.


Aber es gibt immer eine Prämisse für mich, die absolut und ohne Ausnahme befolgt wird: Höre auf deinen Körper. Ich habe schon Marathonläufe abgebrochen, weil der Körper mir gesagt hat, dass es heute nicht geht. Ich gehe lieber übellaunig bei KM 18 aus dem Rennen, als das ich bei KM 25 von Sanitätern aus dem Rennen getragen werde. Ja, ab und zumal ist DNF eine Option. Ist so.


Und Halbdistanz Triathlon ist für mich eine Grenzerfahrung. Eine sehr schöne, aber eben doch am Rande dessen, was ich mit meinem Training und meiner Leistungsfähigkeit erreichen kann.


Was andere wahrscheinlich mit verbundenen Augen aus dem laufenden Training heraus machen, klappt bei mir mit einer perfekten Vorbereitung so gerade eben in der vorgegebenen Zeit. Das mögen einige lustig finden, andere es nicht für "wahren" Sport halten. Mir macht es jedoch Spaß und ich freue mich immer noch wie ein Schneekönig über diese letztjährige Leistung.


Nur da kommen wir wieder zum schwimmen: 1,9 KM schwimmen sind für mich lang. Das ist Grenze. Und so war ich letztes Jahr im Mai schon mehrfach im Schwimmbad auf dieser Länge unterwegs und hatte sie gut im Griff.


Und nun kommen wir zu 2015. Ich bin zur Zeit das dritte Mal in diesem Frühjahr erkältet. Als Erwachsener (und das bin ich nun schon 24 Jahre, wenn man die Volljährigkeit als Maßstab nimmt) war ich noch nie mehr als einmal im Frühjahr erkältet.


Kurz: Da sendet der Körper extrem ein Warnsignal. Ob nun einfach schlechter Lauf, zuviel Training (eigentlich nicht mehr als letztes Jahr) oder auch eine Überbelastung der zwei Jahre, ich weiß es nicht. Ich weiß nur eines: Höre auf deinen Körper und gerade bei Triathlon Sicherheit zuerst! Ich mache das aus Spaß und nicht, weil ich ein cooler Hecht bin. Und der Körper brüllt hier: Lass es sein!





Mal ganz davon ab, dass die jetzt 6 Wochen Trainingsausfall auch insbesondere die Schwimmleistung immer wieder massiv zurück geworfen haben. Und da schließt sich der Kreis. 1,9 Kilometer sind mir zu riskant.


Daher habe ich nach langem überlegen und frühzeitig in der Saison beschlossen: Leider keine Halbdistanz dieses Jahr. Klar, bis Almere sind es heute noch 4 Monate und ein paar Tage. Theoretisch genügend Zeit um noch mal neu zu starten und zu hoffen.


Aber noch mal: Drei Erkältungen in einem Frühjahr? Irgendwas stimmt da nicht. Sollte man nicht überhören. Daher lieber: Grundcheck, langsamer Aufbau und kein A-Wettkampf 2015. Vielleicht noch ein paar Halbmarathone und ein paar Triathlon Sprintdistanzen. Sonst nix.


2016 wird (hoffentlich) wieder angegriffen.

Sonntag, 12. April 2015

Der Wilhelmsburger Insellauf

Wilhelmsburg.


Größte Elbinsel der Welt (okay, was auch daran liegt, dass nicht so viel an der Elbe liegt) und auch der flächenmäßig größte Stadtteil der Freien und Hansestadt Hamburg. Innenstadt nah und sehr viel am Wasser gelegen.






Und doch Jahrzehnte vergessen und links liegen gelassen. Googelt man "Problemviertel Hamburg", dann kommt bis heute der Name "Wilhelmsburg" sehr häufig vor. 





Das so etwas natürlich immer ein Klischee ist und das Wilhelmsburg sehr facettenreich ist, das wird dann gerne mal vergessen. Hinzu kommt, dass Wilhelmsburg wie so viele ehemals "arme" und Innenstadt nahe Stadtteile (hat hier jemand St. Pauli gesagt?) einem massiven Gentrifizierungsdruck unterliegt. Es ist wie immer: Erst kommen die Studenten, dann die Kneipen, dann die Szene und zuletzt die Leute, die es cool finden hier zu wohnen. Und alle vergessen ihren eigenen Anteil einer Verdrängung der ehemals ansässigen häufig migrantischen "armen" Bevölkerung.






Was mir auffällt: Während das Straßenbild auf St. Pauli immer "weißer" wird, sieht man hier noch erhebliche Anteile von Menschen mit türkischem und anderen Hintergrund. (Man verzeihe mir hier die Benutzung dieser Schubladen.) Die Frage ist: Wie lange noch?






Nun gut. Wer in seinen 35 Auflagen den Wilhelmsburger Insellauf mit gelaufen ist, der weiß um die Schönheit dieses Stadtteils. Der weiß um seine dörflichen, ländlichen Ecken und der hat wahrscheinlich auch das Döner oder den türkischen Kiosk mit 24 Stunden Öffnungszeit (beides natürlich auch ein Klischee) nach dem Lauf zu schätzen gelernt. 






Kommen wir also zum Lauf. Während meine Abteilung hier in vielen Jahren mit unzähligen Startern an den Start geht, waren wir diesmal gerade mal zu fünft. Liegt natürlich auch daran, dass sich dieses Jahr viele Menschen aus der Abteilung den Hamburg Marathon als Ziel gesetzt haben. Und da ist der Insellauf nicht immer passend für einen Trainingsplan.






Vor dem Lauf traf ich noch die @knotensusi, die heute ihren ersten Halbmarathon bestreiten wollte. Sie wurde erstmal herzlich von unserer Abteilung mit eingenommen und nach einem kurzen Warmlaufen, war es dann auch Zeit auf die Strecke zu gehen.






Puh, was will ich hier laufen? Als ich meine Saisonplanung im Winter machte, da hatte ich hier ganz heimlich mit einer Bestzeit über die Halbmarathondistanz geliebäugelt. Als ich dann krank war, schwankte ich zwischen "gar nicht laufen", "ohne Tempo laufen", "nur 10 km laufen" und ganz vielen Variationen dieser drei Möglichkeiten.






Letztendlich entschied ich mich kurzfristig für "Halbmarathon laufen" und "mal gucken, was so geht." Der Insellauf ist dafür bei mir eigentlich ganz spannend. Ich laufe ihn sehr häufig mit (jetzt drei Jahre in Folge) und er ist bei mir - im Gegensatz zum Hella Halb - eigentlich immer im Trainingsaufbau beinhaltet. Die Strecke ist auch mehr oder minder gleich geblieben und so kann ich hier mal Zeiten über die Jahre vergleichen. 2013 bin ich hier zwei Wochen vor dem Hamburg Marathon eine 2:19:37 gelaufen, letztes Jahr aus dem vollen Training heraus eine 2:16:29.


Dieses Jahr lag der Lauf direkt nach einer Entlastungswoche, so dass ich trotz Krankheit und einigem Rückstand schon irgendwie eine bessere Zeit anstrebte. In meinen Träumen dachte ich an eine 2:13:XX wenn alles absolut perfekt läuft.






So lief ich also einfach los, als der Startschuss ertönte. Man beginnt an der Dratelnstraße und muss dann relativ schnell über die Bahngleise. Das beinhaltet also gleich einen knackigen Anstieg. Den man auch bei KM 21 wieder bewältigen muss.






Ich begann mit einer 6:09 und einer 5:54 für die ersten beiden Kilometer. "Halt!" brüllte mein Kopf. Das kam mir dann doch etwas zu schnell vor und so versuchte ich ab jetzt die Rehagelsche "kontrollierte Offensive". Die Beine wollten doch noch etwas schneller, aber der Kopf bremste mit Hinweis auf die Länge des Laufes und die unsichere Form. Naja, Kilometer 3 lief immer noch in einer 6:08. Wenn man diese 3 Kilometer abgespult hat, verabschiedet man sich dann auch aus dem städtischen Teil Wilhelmsburgs. Man unterquert noch die Autobahn und danach wartet eine Deich- und Marschlandschaft auf einen, wie man sie schöner nicht bekommen kann. Deich und Marsch heißt aber auch, dass man Wind hat.








Und dieser kühlt z.B. Und ich war sowieso schon kühl angezogen. Ich hatte mich für kurz/kurz entschieden und dann auch noch die bereit gelegten Ärmlinge vergessen. Meine Befürchtungen, dass dies zu einem Frostlauf führen könnte, bewahrheiteten sich dann jedoch nicht. Die Sonne wärmte, so dass auch der Wind einem nichts an haben konnte.






KM 4 in 6:06. Kopf und Beine kämpften immer noch miteinander und nach einer 6:11 für Kilometer 5 einigten sie sich auf folgenden Plan: Alles unter 6:30. Am besten irgendwo zwischen 6:15 und 6:20. Kilometer 6 also nach diesem spontanen Plan in 6:22. Okay. Da war aber auch eine Trinkpause mit drin. Kilometer 7 also in 6:15.






Huch. Das war ja schon ein Drittel des Rennens. Es läuft gut, die Sonne scheint, was will man mehr? Naja, vielleicht eine Gruppe, die das persönliche Tempo läuft. Aber die erwischte ich leider nicht. Die vor mir waren mir zu schnell, die hinter mir waren mir zu langsam. So lief ich meistens alleine. Und bekam doch ein zwei Windböen ab. KM 8 in 6:22. Dann eine 6:20. Wir pendelten uns also da ein, wo wir uns irgendwie drauf geeinigt hatten. Kilometer 10 wurde dann eine 6:19 und damit ist ja auch schon die Hälfte geschafft.






Und das Rechnen begann. Prinzipiell glaube ich ja immer bei mir an einen Einbruch und so rechnete der Kopf immer zwei Endzeiten. Die eine mit 7 Minuten pro Kilometer, die andere mit 6:30. Beide Endzeiten klangen aber schon zu diesem Zeitpunkt ganz ordentlich und so lief ich weiter. Zur Hälfte spürt man schon ein bisschen die Beine, aber so wirklich schlimm war das noch nicht.


6:22 und 6:19 für die beiden nächsten Kilometer. Ich hatte mir für KM 7 und 14 jeweils ein Gel mitgenommen und war erstaunt, wie schnell die 7 Kilometer zwischen diesen beiden - selbstgewählten - Verpflegungspunkten vergingen. Kilometer 13 in einer 6:25. Ich hatte mir hier am Wasserstand etwas Zeit genommen, denn "eile mit Weile". Diese kleine Sammelpause beim Trinken gibt mir immer wieder Kraft und so gewinne ich danach mehr, als ich durch diese Pause verliere.






Nun aber rein mit dem Gel und da brauchte ich auch mal ein paar Schritte im Gehen, sonst hätte ich mich verschluckt und irgendwie auch Murks gebaut. Neuer Plan: 14, 15, 16 ein bisschen langsamer und dann in einen langen Endspurt gehen. "Endspurt? Bist du bekloppt? Das hat noch nie geklappt."
 brüllte mein Hirn. Kilometer 15 also in einer 6:46. Es sollte mein langsamster Kilometer bleiben. 16 in 6:23. Und nun rangen wieder Engelchen und Teufelchen auf meiner Schulter mit mir. Vollgas und dann eventuell einbrechen? Oder lieber die Marschroute 6:20 bis 6:30 so lange wie möglich aufrecht erhalten? Engelchen gewann und so wurde Kilometer 17 eine 6:29. Da Teufelchen aber nicht so ganz weg war und es ja auch nur noch 4 Kilometer waren, zog ich doch ein bisschen das Tempo an. Vorbei an den 10 Kilometer Walkern und an den Leuten, die einbrachen, wurde es eine 6:18. 3 Kilometer noch!










Nun waren die Beine schwer, der Tritt nicht mehr so flüssig und Kilometer 19 brachte auch wegen einer kleinen notwendigen Pause ebenso nur eine 6:46. 2 KM noch! Komm, bring alles! Das funktionierte jetzt und ich steigerte mich wieder auf eine 6:23.






Aber nun kam die Brücke. Ein langer Anstieg zur Brücke hin und dann die Brücke selbst im vollen Gegenwind. Das demoralisierende Gefühl jetzt plötzlich zu stehen, ist echt heftig. Aber in Norddeutschland gilt: Alles was man rauf läuft, läuft man auch wieder runter. Und so ging es die letzten 500 Meter in den Endspurt. 6:35 für Kilometer 21.






Und nach 2:14:19 blieb offiziell die Uhr stehen.






Im Ziel noch die anderen Finisher abgefeiert und nun der Versuch ein Fazit zu ziehen:


Wie kann man diese Zeit einordnen? 2 Minuten schneller als letztes Jahr ist schon mal ein Brett.Wenn ich das richtig sehe, war ich über die Halbmarathondistanz seit 2012 nicht mehr schneller. Das nehme ich erstmal positiv. Natürlich muss man beim Vergleich zu letztem Jahr sehen, dass ich diesmal genau die Entlastungswoche vorher hatte.






Trotzdem: Wenn ich die Erkältungen mit einberechne, dann bin ich wohl doch ein kleines Stück besser in Form als letztes Jahr.






Nun beginnen 3 sehr heftige Wochen. Bisher habe ich insbesondere an der Ausdauer und den Grundlagen gefeilt. Nun kommen auch verstärkt Tempoelemente und auch Koppeleinheiten dazu. Es wird lustig werden. Nach diesen drei Wochen (und einer Entlastungswoche) dann der nächste Test.


Der Rennsteiglauf-Halbmarathon. Mal sehen, was da so geht.



Sonntag, 22. März 2015

Erst lief es nicht, dann lief es / Dresdener Citylauf

Irgendwann im Winter kam die Idee auf nach dem Spiel bei Union doch bei den beide ExilXYZ Menschen zu übernachten und dann weiter nach Dresden zu fahren, um dort am Citylauf teilzunehmen.




Man muss wohl nicht darauf hinweisen, dass dies schon von den reinen Kilometern ziemlicher Unsinn ist. Hamburgs Partnerstadt (!) befindet sich ja nun doch am anderen Ende der Republik. Und das es keinen Sinn macht dem kleineren Hamburger Fußballverein hinter her zu fahren, sollte auch der letzte Mensch gemerkt haben.




Nun denn, den Fußball können andere sehr viel besser abhandeln als ich. Nach dem Spiel lernte ich eine zentrale Straße in Neukölln doch ausführlich (für 200 Hausnummern) kennen und ich kann euch sagen: Ich bin - wider erwarten - weder abgestochen, noch ausgeraubt, noch irgendwie blöde angemacht worden. Oder anders ausgedrückt: Wie immer sind die Geschichten über diesen Stadtteil Vorurteile, die auf rassistischer Kackscheiße beruhen.


Was man da findet, ist die Berliner Version der Trinkhalle, auch "Späti" genannt. Und wenn man so gerade in Minute 89 verloren hat, dann ist der Fakt, dass die Bier verkaufen ein sehr netter. Und sehr nett war auch, dass die - absolut einen Besuch lohnende - Astrastube nur wenige Meter von meinen Gastgebern entfernt lag.




Nun gut, eine unruhige Nacht später, stellte ich fest, dass der letzte Cider wohl schlecht war. Nun gut, zum Glück rettete mich Counselor Troi ;-) mit literweise Kaffee und einem netten Gespräch. Danke dafür.


Überhaupt lege ich ja langsam mein Berlin Trauma ab. Die Stadt hat schon ihre netten Ecken und mit den etwas kantigen Ureinwohnern kann man eigentlich ganz gut zu Rande kommen, wenn man sich halt an ihre Art gewöhnt hat. Wohnen möchte ich da nicht, aber einen Besuch ist die Stadt wert.


Nun ging es aber weiter nach Dresden. Brandenburg und Sachsen, unendliche Weiten, wir schreiben das Jahr 2015... Kurz: Diese Autobahnen führen sehr lange durch ganz viel Nichts. So fand man sich zügig in Dresden ein.


Ach ja: Nicht unerwähnt lassen möchte ich, dass das Infoprogramm des MDR eine beinah 90 minütige Radiokonferenz der 3. Ligaspiele mit Beteiligung der Vereinen des Sendegebietes sendet. Wenn man vom NDR gewöhnt ist, dass ein Drittligaverein vielleicht mal mit der Erwähnung des Aufstieges in den Nachrichten abgespeist wird, dann ist das schon bemerkenswert.


In Dresden holten wir dann unsere Startnummer und machten den  Sightseeing Schnelldurchlauf. Danach ging es in die Neustadt, wo in der Nähe einer Sankt Pauli Kirche unser Treffpunkt ausgemacht war.


Ich erzähle euch nicht, dass diese Kirche keine Kirche mehr ist, sondern als Theater genutzt wird und mit vollem Namen "St. Pauli Ruine" heißt. Das ist dann bitte mal kein schlechtes Omen.


Der restliche Abend war dann geprägt durch schnacken unter Läufern. Eine nette Runde mit den Lultras und der Nagetierfamilie vertrieb die Zeit wie im Fluge.


Irgendwann galt es aber die Unterkunft zu finden und ich fuhr also durch das dunkle Sachsen einem Auto hinterher. Sieht da an der Elbe ja alles wirklich super hübsch aus. Irgendwann müsste ich da wohl mal Urlaub machen.


In der Unterkunft weiteres gesabbel und wir mussten uns schon ins Bett prügeln um halbwegs ausgeschlafen zu sein.


Am nächsten Morgen reichlich Frühstück und so ging es gut gestärkt in Richtung Lauf. Danke noch mal an Familie ExilSGDFan für die absolut hervorragende Unterbringung. Das war einfach nur toll.


Mein erster Plan war, dass ich hier mal richtig Tempo laufe und so gucke, wo ich stehe. Dann kam die fette Erkältung und zwei Wochen Trainingsplan. Der dann geänderte Plan war , den Lauf ganz locker runter zu laufen. Ich bin zwar grundsätzlich wieder fit, aber so ganz traute ich meinem Körper nach der Pause nun doch nicht.


Der Lauf an sich ist mit gut 2000 Teilnehmern über die 10 KM eher als ein kleiner Lauf anzusehen. Man dreht zwei Runden von 5 KM durch die Dresdener Innenstadt und kommt dabei an den meisten Sehenswürdigkeiten vorbei. Publikum ist ein bisschen vorhanden und die Organisation für 17 Euro absolut okay. Warum man für Nachmeldungen jedoch 24 Euro verlangt, ist mir nicht so richtig klar. Da sehe ich schon eine zu hohe Spanne zwischen diesen beiden Preisen.




Vor dem Start macht Dixie Klo ja Läufer froh und es ist dann schon lustig, dass sich auch die beiden Hahnerzwillinge in die Schlange einreihten. Soviel zum Thema VIP Behandlung von Topläufern.


Aber: Mal ein großes Sympathieplus an die beiden Damen. Die haben in der Schlange ganz in Ruhe für Fotos postiert. Und das mit einem Lachen und sehr viel Freundlichkeit.


Startschuss und relativ schnell war mein aktueller Plan über den Haufen geworfen. Anstatt einer angepeilten 6:45 pro Kilometer, lief ich eine 5:40 pro Kilometer und lief deutlich vor dem Zugläufer 60 Minuten (bei einer solchen kleinen Veranstaltung Zugläufer zu haben, finde ich dann schon wieder sehr cool). Also doch wieder zu dem Plan "Standortbestimmung".
Hmm, so eine Zeit deutlich unter einer Stunde wäre doch cool, oder? Also halten wir mal die Kilometerzeiten entsprechend. Zwischendurch rief die Blase noch mal ganz kurz nach einem Busch (nicht so einfach zu finden bei einem Citylauf ;-) ), was die Zeit für diesen Kilometer ruinierte, abewr danach lief es wie von alleine. Eigentlich alle Kilometer wurden um die 6 Minuten abgespult, die meisten deutlich schneller.

Ich habe mich am Ende nicht getraut noch einen vollen Endspurt zu versuchen, sondern bin eher auf Sícherheit gelaufen, so dass ich dann den 60 Minuten Zugläufer passieren lassen musste. Ziel dahin? Mitnichten, dieser Zugläufer lief dann doch deutlich zu schnell, so dass ich immer noch klar unter 60 Minuten war. Den letzten Anstieg hoch und schon sah man auch das Ziel.



Für mich blieb eine 59:03 stehen. Das ist nun nicht meine Bestzeit über diese Distanz, aber doch ordentlich schnell. Und die schnellste 10 KM Zeit der letzten zwei Jahre. Aufmerksame Leser werden bemerken, dass ich in meinen beiden olympischen Distanzen jeweils schneller gelaufen bin, aber da war die Strecke auch nur mit sehr sehr viel wohlwollen 10 KM lang.


Da ich das Tempo immerhin 10 Kilometer auch ganz ordentlich halten konnte, denke ich mal, dass die Standortbestimmung ganz gut gelungen ist.


Ab heute geht es dann wieder in das normale Trainingsprogramm und nun hoffe ich gesund zu bleiben und so doch die Form für Heilbronn noch zu erlangen. Ihr werdet es erfahren.



Dienstag, 3. März 2015

Ein Lauf in Gedanken

Ich habe mir ja nicht vorgenommen, jede Woche zu bloggen. Das überlasse ich mal dem Tim, der will ja auch in Hawaii seine Altersklasse gewinnen. Aber so langsam wird es doch mal wieder Zeit.


Ach ja, aber vorab: Den Tim könnt ihr auch unterstützen. Lohnt sich. Siehe seine Website.




Nun aber zu meinem Training und meinen Gedanken.




Gestern standen bei mir Intervalle an. 1 KM, dann 2 KM, dann 3 KM, dann 2, dann 1. So etwas ist immer dann gut, wenn man sich über die Welt aufregt. Und gerade der Fall Edathy gibt ja viel Aufregungspotential.




Huch? Wisst ihr, beim laufen überlegt man sich dann doch, warum Menschen bei dem Thema "Kindesmissbrauch" jegliche Hemmungen fallen lassen und so etwas wie "Unschuldsvermutung" und "was nicht bewiesen ist, kann nicht verwertet werden" in die Tonne treten. Komischerweise Menschen, die z.B. beim Thema Fußballfans immer genau auf diese Werte pochen. Und es sind Werte. Das darf man nie vergessen



Da läuft man so sein erstes Intervall und überlegt "Haben die eigentlich begriffen, wie weit hier der Schutz von Kindern gesetzlich ausgedehnt ist?" "Das hier der reine BESITZ eines Bildes einer Straftat strafbar ist?" Mehr hätte man nebenbei auch besagtem Edathy wohl niemals nachweisen können. Jaja ich weiß, "hat sich einen drauf runtergeholt" Klar. Dienstlich genutzte Laptops beweisen (!) natürlich sofort. Das schöne an der besagten Strafnorm ist jedoch, dass es nicht drauf ankommt, warum man solche Dateien besessen hat. Es ist strafbar. Punkt. Siehe Tauss. Der konnte noch so häufig sagen, dass es für seinen Job war (Gegenteil kann man ihm nicht beweisen, also ist das so). Es bleibt verboten! Und wer jetzt noch was von "Wer schützt die Kinder?" fragt, der denke noch mal nach. Ist euch schon mal aufgefallen, dass euer Pyrofoto an der Wand auch eine Straftat abbildet? Ist dies strafbar? Nein zu Recht nicht! Ist der Besitz eines Bildes einer Straftat an einem Kind strafbar? Ja! Zu Recht ja!


  


Pause, durchatmen. Es regnet, es ist dunkel. Ist das jetzt eine Metapher auf den Zustand der Gesellschaft? Mir ist kalt. Irgendwie konnte ich früher im Winter besser laufen. Jetzt nervt mich gerade die Kälte. Selbst durch die Handschuhe sind die Finger kalt.



2 KM? Wer hat denn dir ins Hirn geschissen, Nobsi? Auf geht es. Ein paar weiterführende Gedanken schießen ins Hirn: Wenn man nun bedenkt, dass der reine Besitz (!) (nebenbei auch das einfache ansehen im Internet) strafbar ist, begreifen Menschen dann, dass es eine Abstufung der Strafbarkeit geben muss? Das die Abstufung nach individueller (!) beweisbarer (!) Schuld eine der absoluten Grundpfeiler eines Rechtsstaates sind? Begreifen Menschen eigentlich, dass man Edathy 7 in Worten sieben Dateien meint nachweisen zu können? (Tauss nebenbei 240 und 40 Videos. Viele andere Fälle gehen in die 1000nde). Merken Menschen eigentlich, dass dies auch bei Musikdownloads ein Unterschied macht? Anders ausgedrückt, dass bei 7 Musikdateien strafrechtlich (!) kein Staatsanwalt auch nur die Finger krumm macht?




Nach Kilometer 1 wird es hart. Denkpause. Irgendwo im dunklen. Die Autobahnbrücke. Komischerweise überlaufe ich die immer dann, wenn es gerade hart wird. Nette Steigung. Ich rase, die Autos unter mir rasen.




Geschafft! Kann ich auch drei Kilometer? Ich gehe sie vorsichtig an. Mache mit mir aus, dass ich im Notfall nach 2 Kilometern aufhöre. Ich laufe. Ich kämpfe. Gedankenfetzen: Nun ist es bei Edathy ja nicht ganz klar, ob die Dateien zum damaligen Zeitpunkt strafbar waren. Wir wissen es nicht, außer wir gehören zu den ungefähr 60 Menschen, die den Inhalt der Ermittlungsakte kennen. Dann könnten wir eine eigene Bewertung vornehmen. Ob die juristisch richtig ist? Keine Ahnung.

Die Staatsanwaltschaft hat den ausreichenden Tatverdacht (das ist nebenbei ungleich Beweis), dass es strafbare Bilder waren, die Verteidigung meint nein. Wie wärt ihr hochgegangen, wenn er freigesprochen worden wäre? Keine Strafe ohne Gesetz! Heute ist die Rechtslage anders, denn Heiko Maas hat sich auf das Glatteis zwischen noch erlaubt und schon strafbar gewagt. Welches nebenbei nicht kantenscharf und schwarz weiß ist. Er hat es zum Schutz der Kinder gemacht. Dafür meinen Respekt. Viele nörgeln am Gesetzesentwurf. Vielleicht zu Recht. Ich weiß es nicht. Ich weiß aber auch nicht, wie ein Schutz ohne Unsinn aussieht. Ich will nicht, dass - wie in Florida - Väter im Knast landen, weil ihr Kleiner mal unbekleidet über den Strand rennt. Sorry.




3 Kilometer! Ha, wie geil ist das denn? Das geht ja! Oh, ich muss noch 2 und 1. Naja. Pause. Wie lange machen eigentlich andere Läufer ihre Trabpause? Ich immer 3 Minuten und ca. 300 Meter. Passt für mich. Ist aus keinem Lehrbuch.




Die zwei Kilometer lasse ich ruhiger angehen. Der Frust über die Menschheit über das Ausschalten aller Rationalität, wenn es um Kinder geht (die aber bitte keinen Lärm machen, wenn Mittagsruhe ist, nech?) ist verflogen. Ist das nun eine Einladung für Täter? Hm. Wenn es einladend wirkt jegliche berufliche Zukunft zu verlieren und gesellschaftlich geächtet zu sein, dann vielleicht. Oder meint ihr, dass Edathy nun den Phönix aus der Asche macht?




Beim letzten Kilometer lasse ich noch einen Nebenaspekt in die Gedanken. Weil der hochgeschätzte Dr. Hüttl gestern auch so einen Fall hatte. Im Fall Wullf, im Fall Edathy und eben auch bei dem hochgeschätzten Anwalt kamen Details der Ermittlungsakte in eine "Zeitung". Unglaublich eigentlich, oder? Jaja, wird schon was gemacht haben, geschieht ihm Recht. Blabla. Nein, es ist sein Recht, dass das dort bleibt, wo es hin gehört. In der Akte. Der öffentliche Pranger ist theoretisch abgeschafft und nicht einfach nur "Bild" genannt worden. Wem nach Mittelalter gelüstet, der gehe bitte vollständig dahin.




Fertig. Die Erkältung ist ausgestanden. Ich bin wieder auf der Spur. Es ging gut. Anstrengend? Ja wie Sau! Aber irgendwie auch lehrreich und effektiv. Das habe ich nicht zum letzten Mal gemacht. Aber heute ist erstmal Radfahren angesagt. Auf der Rolle. Mit Pokalfußball. Ohne Gedanken. Und mit einer fetten Verlängerung für Braunschweig.







Montag, 16. Februar 2015

Olympia, du Heiligtum des Zeus

Freunde der Sonne, wie bekannt sein sollte, starte ich für den glorreichen FC St. Pauli von 1910 e.V. und dessen Amateursportabteilung Triathlon.

Und als aktiv Sporttreibender fühle ich mich natürlich angesprochen, wenn mein Verein zu einer Diskussion über die Idee von Olympischen Spielen in Hamburg aufruft. Das ich neben dem aktiven Sporttreiben auch ab und zumal passiv Spiele der Profimannschaft dieses Vereines besuche, sollte auch jedem klar sein.


Vorab: Ich finde - im Gegensatz zu vielen anderen Stimmen - grundsätzlich den Aufruf zu einer Diskussion a. legitim und ich finde ihn b. auch legitim ihn primär auf Facebook zu führen. Facebook ist ein Kommunikationsmittel, welches eine weite Verbreitung hat und von diversen Leuten genutzt wird um eine Meinung zu äußern. Mal ganz davon ab, lieber Autohof St. Pauli, ihr seid insbesondere auf Facebook mit Außenwirkung und Meinung aktiv und nörgelt dann, dass eine Diskussion auf Facebook stattfindet? Merkt ihr selber, oder?

Dies gilt aber nur dann, wenn a. die Facebookmeinung nicht als repräsentativ für den gesamten Verein und seine Mitglieder genommen wird (das sollte einer anschließenden Beratung in Gremien wie Mitgliederversammlung überlassen bleiben); b. auch andere Quellen für die Meinungsäußerung einbezogen werden und c. eine solche Diskussion auch moderiert wird. Zumindest an c. mangelt es auch ein bisschen. a. und b. kann ich (noch nicht) beurteilen. Ich finde aber ein offenes Brainstorming sehr gut. Besser als irgendeine finanzierte Choreo auf den VIP Plätzen, wie sie bei unserem rautigen Nachbarn passierte.



Und zur Diskussion will ich meinen Beitrag leisten.

Und ich sage euch ganz ehrlich Leute: Schwarz und weiß sehe ich das nicht. Ich tendiere auch eher dazu, dass die Nachteile überwiegen. Aber ich denke, dass es auch Argumente dafür gibt. Lest aber selber:

Ein Argument dafür ist, dass Sport einfach völkerverständigend ist. Erinnert ihr 2006? Eine meiner absolut besten Szenen dieser WM fand im Jolly Roger statt, wo sich eine Gruppe koreanischer Fans über Stunden ein Sangesduell mit unseren Skins lieferte. Am helligten Tag. Wo sonst, wenn nicht zu einem internationalen Sportereignis kann so etwas stattfinden? Die Leute, die dabei waren werden sich mit Gänsehaut erinnern. Einer der Tage meines ganzen Fußballfanlebens.

Und die vielen Menschen unterschiedlichster Nationen, die durch meine Stadt stromern, ja das macht mir Spaß. Ich kann leider nicht so spaßgebremst sein, dass ich es immer nur als Belastung sehe, wenn Menschen aus unterschiedlichsten Ecken meine Stadt sehen. Ich kann ehrlich gesagt nicht immer sagen, dass ich sie für wunderschön halte und mich dann ärgern, wenn das auch jemand sehen will.



Ein weiteres Argument für mich ist, dass Spitzensport und "seine Vorbilder" aus der Nähe in der eigenen Stadt zu beobachten auch etwas sehr besonderes ist. Die Vorstellung einen olympischen Marathon und/oder einen olympischen Triathlon an den Hamburger Straßen zu bewundern, ist schon eine besondere.


Was für mich nicht zählt sind die häufig genannten wirtschaftlichen Argumente. 1. sollten wir Hamburger arrogant genug sein, zu erklären, dass wir das nicht brauchen und 2. sind die eher sehr weich und nicht wirklich greifbar. Ich sehe das eher neutral. Und man muss sich auch immer fragen: Wer hat denn die wirtschaftlichen Vorteile? Ein paar Bauherren und Großgrundbesitzer? Oder ist es wirklich etwas, was der Allgemeinheit, der sprichwörtlichen Kassiererin in Billstedt zugute kommt? Man kann hier seine Zweifel haben.


Und hier setzt auch schon die Kritik an. Das kostet Geld. Nehmen wir mal London 2012 als Beispiel. Da haben die olympischen Spiele grob 17 Mrd US-Dollar gekostet. Mit Inflation und so können wir in Hamburg also grob von 25 Mrd Minimum ausgehen.

Man kann hier zugegeben einen Punkt machen und das ganze zu Grabe tragen. 25 Mrd für Sport sind ein Haufen Kohle. Insbesondere wenn es um ein Ereignis geht, das gerade mal 2 Wochen geht. Und eine rein private Finanzierung kann man getrost in das Land der Illusionen verschieben. Das wird öffentliches Geld kosten.

Und da kann man noch so sehr mit "Bauten danach anders nutzen" argumentieren, vielleicht sind nicht 25 Mrd danach nutzlos weg, aber eben doch viele Mrd. 

Nun bin ich mal frech und behaupte: Ja, trotzdem kann ein so reiches Land wie Deutschland 25 Mrd für Olympia auch mal ausgeben. Aber da merkt ihr schon den ersten Haken. Das Gebilde "Freie und Hansestadt Hamburg" kann es nicht! Und so lange man nicht einfach als Bund sagt "was kostet die Welt?" und die olympischen Spiele im Land finanziert, erscheint mir das äußerst fragwürdig. Warum dies? Ganz einfach: Hamburg hat sich an die Schuldenbremse ab 2020 zu halten. Nun ist Hamburg ein reiches Bundesland und wird diese halten können, aber wer glaubt, dass da wirklich viel Geld übrig ist, der glaubt auch an den Weihnachtsmann. Kurzum: In einer Stadt, in der gerade die Jugendsozialarbeit zusammen gestrichen wurde, ist jeder Euro für Olympia fragwürdig. Wenn der Bund eher Olympia als eine Bundeswehr finanziert, dann ist die Fragwürdigkeit schon eine ganz andere, wenn ich jetzt mal platt sein darf. (Ausdrücklich diskutieren wir nun nicht über Sinn und Unsinn dieser Schuldenbremse)

Olympische Spiele sind ein nice to have. Dies geht aber dann nicht, wenn ich mich wie in Hamburg geschehen aus Stadtteilen mehr oder minder als Staat zurück ziehe und sie nur noch polizeilich in den Griff bekommen will. Das geht nicht! Hier mache ich am Ende Olympische Spiele auf Kosten der Ärmsten.

Für olympische Spiele könnte als FCSP Fan noch etwas ganz anderes sprechen: Da steht unser Stadion als Austragungsort drin. Fein, da lassen sich doch garantiert so ein zwei drei Schönheitsreparaturen am dann 10 plus x Jahre alten Stadion im Etat der olympischen Spiele verstecken. "Einfach mal egoistisch sein" und gucken, ob man da was unter bekommt. ;-) Das IOC würde aber garantiert wieder gewisse Banden neutralisieren, was auch definitiv gegen Olympia in unserem Stadion spricht.

Was ich für Augenwischerei halte ist, dass man mit Olympia Infrastruktur für Schul- und Breitensport schaffen könnte, die sonst nicht geschaffen wird. Olympia ist immer Leuchtturm. Und nicht das breite Fundament. Leuchtturm muss auch sein, wir alle eifern den Kienles dieser Welt nach. Aber für das Fundament muss ich unabhängig davon Geld zur Verfügung stellen und dies tut Hamburg nicht. Und dies tun auch die ECE auch nicht, die jetzt groß Geld investiert (warum eigentlich?). So eine Dreifeldhalle kostet irgendwas um die 2,5 Millionen (das ich mal auf eine Seite der CDU verlinke...). Lieber Otto Konzern (und alle anderen, die sich in dieser Stadt gerne Mäzen nennen): So etwas kann man der Stadt Hamburg auch mal spenden. Gerne auch eine in Billstedt, eine auf St. Pauli, eine am Ostdorfer Born oder so.

Das ich meinen Verein in dem Bereich "Fundamentsportstätten" gerne sehr viel aktiver sehen würde, steht auf einem ganz anderen Blatt. "Sporthalle für St. Pauli" (Facebooklink) kann man als Verein nämlich noch sehr viel doppeldeutiger verstehen. Aber da las ich schon vielversprechende Ansätze beim neuen Präsidium.

Noch etwa spricht gegen Olympia. Machen wir uns nix vor. Das IOC ist ein riesiger Sauhaufen. Man muss da nur mal bei Jens Weinreich im Blog stöbern und bekommt sofort die Vokabeln "korrupt, undemokratisch und Staat im Staat" in den Kopf. Nun sehe ich den Weinreich nicht ganz unkritisch, aber er ist schon ein absoluter Fachmann auf diesem Gebiet.Lektüre lohnt sich also.

Man kann da sagen "keine Geschäfte mit diesen Nasen" aber dann müsste man so konsequent sein gar keine olympisch sanktionierten Sportarten mehr zu unterstützen. Denn auch wenn ich zum Fußball gehe und diesen populär mache, unterstütze ich diese ganze Mischpoke. Ob und wieweit ich sie unterstützen mag oder auf eine Wandlung hoffe, kann man dann individuell diskutieren. Das man keine olympischen Abordnungen mehr zu Spielen schickt, ist aber eher weltfremd.

Das sich das IOC noch diverse Sonderrechte für diese zwei Wochen einräumen lässt, verbessert die Lage nicht gerade. Ein sehr entscheidendes Sonderrecht ist dabei dieses "keine Steuern". Welches nebenbei auch für die Fußball-WM galt. Und keine Steuern meint insbesondere Umsatzsteuer. Und davon würde zumindest beim Ticketing doch eine Mark fünfzig hängen bleiben. Das hier Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert werden, liegt wohl auf der Hand. Das kann man ja gerne mal machen, wenn man genug Geld hat. Hat man das? Frag mal bei der Jugendsozialhilfe nach. Eben nicht.

Ganz ehrlich: Fette Hotels und Buffets? Das juckt mich weniger. Sollen die sich doch den Bauch vollschlagen, wenn sie Umsatzsteuer zahlen. 



Und zuguterletzt bleibt noch ein Argument, was schon gegen die Idee "Hamburg" spricht. Mit 99 % er Wahrscheinlichkeit wird es am Ende "die Hauptstadt" sein, die eine deutsche Olympia Bewerbung versuchen wird. Weil es ja "die Hauptstadt" ist und "die Hauptstadt" so toll ist. Wäre alles schön und gut, wenn Berlin Geld zu verschenken hätte. Haben sie aber genauso wenig. (Ihr merkt, ich bin vom ZDF Morgenmagazin, dem Berliner Regionalpropagandasender im deutschen Fernsehen mehr als geschädigt).

Komischerweise würde bei "der Hauptstadt" wahrscheinlich der Bund großzügigst in die Bresche springen, was das finanzieren von Kosten angeht. Und sich das Geld irgendwo bei den anderen Bundesländern eintreiben. Und dies würde er bei HH garantiert nicht machen.  Ja, ich bin da meckerig.

Und ob man 2024 oder 2028 wirklich eine Chance auf internationalem Parkett hat, kann man auch getrost bezweifeln. Und wenn man am Ende scheitert, hat man schon 200 Millionen (das sind so die Zahlen, die man für eine internationale Kampagne findet) in den Sand gesetzt. Für nix und wieder nix. Gäben wir diese 200 Millionen jetzt in Hamburg oder in Berlin aus, wären dies ungefähr 70 Dreifeldhallen. Und man hätte wahrscheinlich mehr für den Sport getan, als wenn man Olympia in die Stadt holt.

Daher: So sehr ich Spaß an solchen zwei Wochen hätte: Es ist nicht die Zeit und nicht der Ort um Olympia zu haben. Vielleicht irgendwann mal. Vielleicht lebe ich dann auch noch. Ich würde mich freuen.