Montag, 21. März 2016

Verlängerter Halbmarathon um den Hampton Court Palace

Freunde des gepflegten langen Laufes,


da wollte doch die P. in London sich eine neue Herausforderung suchen und mal einen Halbmarathon laufen. Ich wollte 35 KM an diesem Wochenende laufen, der Halbmarathon war 7 km Laufstrecke von ihrer Wohnung weg. Passt also genau. Angemeldet und auf geht es.


Und dann kam bei uns beiden die Krankheiten, Trainingsausfälle und schlechten Vorbereitungen. Am Ende stand ich also alleine um 6:30 Ortszeit in einer kleinen Londoner Wohnung und fragte mich "What are you doing here?"


Das die Vorbereitung mit dem Besuch eines Fußballspieles am Samstag und ein zwei drei vielen Pints am Freitag Abend nicht wirklich optimal war, versteht sich von selbst, oder?


Nun ja, alles eingepackt, fertig gemacht und irgendwie sollte es doch noch ein Long Jogg werden, so dass ich mich laufend zum Start begab. Von Surbiton ging es schnell an die Themse und dann erstmal in Richtung Kingston, wo man die Flußseite wechseln konnte. Im lockeren 7er Schnitt läuft man dann schnell direkt an der Themse auf einem Sandweg, guckt auf die dort wirklich schöne Flußlandschaft und trifft außer ein paar verrückten Joggern eigentlich niemanden.


Bis irgendwann Hampton Court Palace vor einem auftaucht. Der Palast wird zum größten Teil mit Henry dem VIII. in Verbindung gebracht und die ca. 4000 Teilnehmer wurden so auch von Henry dem VIII. persönlich auf die Strecke gebracht. Die Organisation war wirklich gut, klare Ansagen und freundliche Helfer. Und dazu im Läuferdorf ungefähr soviele Klos, wie man beim Hamburg Marathon findet. Wohlgemerkt für 4.000 und nicht für 20.000 Läufer.


Neben einigen wirklich ambitionierten Läufern überwiegt in England bei einem solchen Lauf die Masse an Läufern, die ganz entspannt das Ding runter laufen wollen. Gestartet wurde in Wellen und ich fand mich angesichts des oben beschriebenen Planes in der letzten Welle wieder. Weder bei der sehr engen Kurve, noch beim Überrunden durch die schnellen Läufer, kam es zu irgendeinem Gedrängel. Das bin ich aus Deutschland aber vollkommen anders gewohnt.


Angesichts meines intensivem Warmlaufens ;-) hatte ich kein Problem mein Tempo zu finden und wollte nun die KM in 6:50 locker runterspulen. Das funktionierte erstmal auch ganz gut, die Zwischenzeiten varierten immer um diese Marke.


Was etwas schade bei dem Lauf ist, dass man nicht etwas den sehr ausgedehnten Park als Laufstrecke nutzt, sondern nur ca. 10 KM insgesamt an der Themse läuft und den Rest an befahrenen Straßen irgendwo durch Surbiton und die anliegenden Stadtteile. So richtig ein Lauf mit Aussicht ist es dementsprechend nicht. Man läuft zwei Schleifen, die ungefähr 3,5 KM an der Themse gemeinsam haben. So läuft man auch am Ziel vorbei, wo es sich Henry nicht nehmen lies, jeden Teilnehmer abzuklatschen.


Es laufen sowieso viele Leute entweder verkleidet oder für gemeinnützige Projekte. Letzteres wird in England dann doch noch sehr viel offensiver gemacht, als in Deutschland. Auch wenn das hier immer häufiger zu sehen ist.


Bis km 19 und damit insgesamt KM 26 lief es bei mir ganz gut. Die letzten beiden KM wurden dann doch etwas zäh und mussten auch mit Gehpausen bestritten werden. Der Zieleinlauf war dann der Marke richtig gemein. Man läuft am Ziel vorbei und läuft noch eine riesige Schleife um dann auf Grass die letzten 500 Meter ins Ziel zu laufen. Und Grass meint hier tiefen Acker. Das zieht einem dann so richtig die Füsse aus.


Offiziell stoppte die Uhr bei 2:29:20, was mir relativ egal war, denn wichtiger war mir die KM in die Beine zu bekommen. Im Ziel noch ein Funktionsshirt, wobei mir XL zu klein ist, weil einfach zu kurz. Dazu eine wirklich schöne und schwere Medaille, die es auf meinem Instagram Account zu bewundern gibt (sorry, kann gerade keine Fotos einbinden hier).


Mit ein bisschen auslaufen (sehr langsam) waren es dann am Ende 29 KM. Nicht ganz das was ich geplant hatte, aber okay.


Und als ich wieder in der kleinen Wohnung meiner Gastgeber (danke für alles noch mal) ankam, roch es schon nach Sunday Roast. Perfektes Ende eines schönen Tages.

Sonntag, 31. Januar 2016

Der Oldendorfer Winterlauf / Ein Januarfazit

Sich im Winter bei kalten und nassem Wetter zu den notwendigen Kilometern zu motivieren, ist die Kunst des Frühjahrsmarathons.

Wer behauptet, dass da jede Trainingseinheit ein riesiger Spaß ist, der lügt.

Und so fährt man dann auch mal 70 km, um an einer Veranstaltung teilzunehmen, wo man seine Länge frei zwischen 5 bis 50 KM wählen kann. Jeweils auf einer 5 KM Runde. Runden sind zwar auch nicht gerade spannend, aber die herzliche Dorfatmosphäre dieses Laufes macht das wieder weg.

Mit der großen Schwester ging es also nach Oldendorf. Im Ort ist die Veranstaltung nicht zu verfehlen, da sowieso alle um diese Uhrzeit fahrenden Autos da hin wollen. Für den Preis von 16 Euro in der Nachmeldung bekommt man immerhin einen Erbsensuppengutschein, später eine Urkunde und eine Verpflegung an der man sich satt essen kann. Kann man nicht meckern.

Kurz vor dem Start dann noch ein Gewitter mit Graupel, was uns das schlimmste Wetter erahnen lies. Aber wie es ab und zumal so ist, Start um 10:00 und um 9:59 war Schluss mit Flüssigkeit von oben. Und dies sollte auch die gesamte Veranstaltung so bleiben.

Startschuss und von Beginn an waren meine Beine schwer. Es fiel mir auch richtig schwer ein angemessenes Tempo zu finden, so dass die erste Runde viel zu schnell war. Der Lauf ist insofern etwas gemein, als dass der Beginn leicht abwärts mit dem Wind ist, man sich also locker fühlt und man dann jede Runde die letzten zwei KM gegen den Wind und leicht aufwärts kämpfen muss.

Nach einer Runde war aber immerhin ein Tempo gefunden, was ich locker drehen konnte und so wurde nun km gefressen. Der Wind war sehr kalt, sehr unangenehm und auch kräftezehrend. Trotzdem fühlte ich mich zwar irgendwie schlapp, aber doch ganz okay. Bei 15 KM dann eine etwas längere "Biopause", wie das Schwesterherz das nannte und weiter ging es.

Der Witz dabei: Der ganze Lauf wird per Hand (!) gezählt und gestoppt. D.h. irgendwelche Freiwilligen trotz dem Wetter und stehen die ganze Zeit am Ziel und zählen Runden. Vielen Dank für diesen Einsatz. Der langsamste Teilnehmer war nach 6:21 im Ziel. Das ist mal eine lange Zeit, die man dann da rum steht.

Das die Leute auch noch fröhlich drauf und zum Spaß bereit sind, zeigt, wie gut diese Veranstaltung ist.

Eigentlich wollte ich 30 KM, aber das ist heute nicht drin. Die KM 20 bis 25 werden sehr zäh. Ab KM 22 ist die Energie endgültig aufgebraucht und es wird ein Stop and Go. Nun gut. Im Ziel bin ich mit 3:10, was für diese Strecke nun nicht gerade eine tolle Zeit ist, aber die KM sind drin.

Und da sind wir auch schon im Fazit für den Januar und damit auch im Fazit für den zweiten Trainingsblock für den Hamburg Marathon. Diesen hab ich grob so abarbeiten können, wie ich ihn geplant habe. Zwar fehlte hier und dort mal ein KM, aber ich habe alle geplanten Einheiten gut durchgezogen. Bei den Long Joggs wirkt sich noch aus, dass ich eigentlich im Dezember schon einige davon geplant hatte und die alle nicht durchziehen konnte, weil mein Fuß streikte. Der ist nun wieder bei 99 %, so dass ich hoffe diesen kleinen Rückstand noch aufholen zu können.

202 KM sind es im Monat Januar geworden. Das müsste für mich Rekord sein. Da lachen andere Leute drüber oder rennen es pro Woche, für mich ist das viel. Schwimmen und Radfahren sind zu vernachlässigen, aber das ist zur Zeit auch nur Abwechselung ohne eigenes Trainingsziel. Das wird nach dem Hamburg Marathon deutlich intensiver.

Insgesamt fühle ich mich gut. Zum Ende des Januar Blocks wurde ich doch deutlich müde, was sich auch in langsameren Einheiten verdeutlichte, aber ich glaube dies ist okay.

Nun ist eine Woche ruhig angesagt und dann geht es weiter mit Vollgas. Ende Februar stehen dann zum ersten Mal die 35 km auf dem Plan. Das bin ich bisher noch nie im Training gelaufen. Mal sehen, ob und wie ich das schaffe.

Montag, 18. Januar 2016

Cakerunner / Der Lümmellauf

Ein Highlight des Januars ist in Hamburg und Umgebung immer der Lümmellauf.

Die 38. Auflage bot erneut das, was man von einem "Volkslauf" erwartet. Gute Organisation und ein familiäres Feeling. Jedes Jahr wieder finden sich freiwillige, die diesen wirklich schönen Lauf durch den Hagener Forst organisieren.

Der einzige -ewige- Kritikpunkt ist, dass ausgeschriebene Streckenlänge und wahre Streckenlänge doch nicht wirklich harmonieren. Ausgeschrieben sind 20 bzw. 19,6. Real sind es irgendwo um 18,6. Diese haben es aber in sich.

Aber vor das Laufen hat der liebe Gott hier das Kuchenbuffett gelegt. Und so gab es wieder zum Spottpreis von 50 Cent den leckeren selbstgebackenen. Hinterm Tresen wurde eine Erhöhung des Preises auf 1 Euro für nächstes Jahr diskutiert und man kann nur sagen "Bitte!" auch das wäre für riesige leckere Stücke noch angemessen.

Mein Plan war es knapp 22 KM insgesamt zu laufen, so dass ich mich doch etwas länger warm lief, als ich es normalerweise machen würde. Gut, danach hab ich nix mehr rangehängt, aber immerhin 20,6 KM kamen so am Ende zusammen.

Startschuss und die Leute drehen sofort frei und laufen los wie die Irren. Sorry Leute, aber in einer 6er Pace wollte ich nun einen geplanten Long Jogg nicht beginnen. So war ich relativ schnell alleine auf weiter Flur und nur hinter mir machte auch noch eine Gruppe auf langsam. Ja, ich bin das  Ding auch schon mal unter 2 Stunden gelaufen, aber das war heute nicht der Plan. Auch deswegen nicht, weil es teilweise doch ordentlich glatt war.

Die ersten KM immer irgendwo um die 6:40 abgeschlossen. Es lief einfach gut. Erstmal geht es durch ein kleines Waldstück, dann durch eine Siedlung. Kurz ein Wettrennen mit der U-Bahn und dann biegt man ins Moor ab. Damit man keine Moorleiche wird, gibt es da Stege, die doch sehr rutschig sind. Und so war dieses Jahr dort Laufen verboten. Macht man halt kurzzeitig einen auf Walker und verliert ca. 90 Sekunden. Der KM also über 8 Minuten, aber ansonsten lief es.

Nun hat der Lümmellauf aber auch seine Gemeinheiten und die kommen jetzt. Denn nun verstecken sich im Profil einige giftige kurze Anstiege. Heldentaten hatte ich keine Körner für, also wurden die sehr langsam absolviert.

Das ganze sind zwei Runden und am Ende der ersten Runde hatte ich doch ein paar Probleme. Der Körper fühlte sich einfach müde und schlapp an. Zu lange Football geguckt?

Nun denn, durchgebissen und mit dem einfacheren Beginn der zweiten Runde wurde es auch wieder flüssiger. Nur Teilnehmer sah ich weder hinter noch vor mir. Erst nach dem zweiten Durchlauf des Moors überholte ich eine einsame Teilnehmerin, die nach eigenen Worten eher bei 12 KM ihre Länge hat. Aber auch sie hat es ins Ziel geschafft.

Nun bissen die Anstiege natürlich ganz ordentlich in die Beine und es rutschte auch mal ein KM in die 7:20 Kolumne. Aber insgesamt war ein stetiges Tempo möglich. Wenn dieses auch langsam war.

Am Ende stand eine offizielle 2:11:01 mit der ich absolut gut leben kann als Trainingslauf.

Womit dann auch schon Woche 1 des Januarblocks absolviert ist. Im Dezember ging alles schief, so dass man diesen Block als Totalausfall werten muss. Aua hier, Aua da und erst seit dem 01.01.16 stellt sich so langsam eine Besserung ein. Ist zwar ärgerlich, aber nicht zu ändern.

Nächste Woche dann die Winterlaufserie in Bramfeld. Auch die werde ich etwas strecken, denn ich plane grundsätzlich 25+ KM an diesem Wochenende. Ich werde berichten.

Sonntag, 13. Dezember 2015

Winterlaufserie Teil 2 / Oder der erste Block ist fertig

Guten Morgen liebe Aktivsportler,


gestern war wieder Winterlaufserie (was das ist, könnt ihr hier erfahren) und so ging es wieder nach Bramfeld.


Nun ist das alles nicht so spektakulär, aber mit der Winterlaufserie endete auch mein erster Trainingsblock für Hamburg. Grundsätzlich trainiere ich in dem Rhythmus von drei Belastungswochen, die von einer Entlastungswoche gefolgt werden. Sprich: Ich trainiere immer in 4 Wochen Blöcken.


Zum Ende der Entlastungswoche setze ich gerne mal einen Belastungsstichpunkt oder eine Formüberprüfung. So war es eigentlich auch diesmal geplant, wollte ich doch heute mal 15 KM laufen, was erstmal nicht viel ist, aber zur Zeit doch noch eine Strecke für mich ist.


Ziel des ersten Blocks war es erstmal mich wieder an die 6 Tage Woche im Training zu gewöhnen und den Körper auch daran zu gewöhnen, dass er nun wieder mehr Kilometer als in einer Triathlonvorbereitung laufen soll.


Kein Ziel dieses Blocks war es, irgendwelche Zeiten oder irgendwelche 100 KM Wochen zu laufen. Letzteres kann ich sowieso nicht, da streiken sehr schnell meine Mechaniken.


Das hat alles halbwegs geklappt, aber leider zum Ende hin nicht ganz beschwerdefrei, habe ich doch leichte Fußprobleme, die - Achtung Selbstdiagnose - auch mit einem Wadenmuskel zusammenhängen, der einfach nicht locker wird und einem damit zusammen hängenden etwas blöden Laufstil. Aber immerhin haben Dehnungsübungen, Black Roll und Salbe schon zu einer ordentlichen Besserung geführt. Leider ist mir diese ganze Problematik nicht unbekannt, sie stellt sich eigentlich jeden Dezember ein und ist irgendwie meine Dezember Krankheit. Keine Ahnung, wo dran es liegt.


Trotzdem hab ich beschlossen, die Regenerationswoche wirklich mal Regenerationswoche sein zu lassen und mich für 5 KM in der Winterlaufserie entschlossen.


Natürlich ist die Anreise nach Bramfeld für 5 Km irgendwie überflüssig, aber man will ja dann doch das "Event" mitmachen und kurz mit Schwesterchen zu schnacken, ist nie verkehrt.


So war ich früh da, schnackte mit Schwesterherzchen, merkte, dass ich meine Brille vergessen hatte, hatte vorher schon vergessen die Uhr aufzuladen und hatte etwas später das Gefühl, dass heute dabei nichts rauskommen könnte, erklangen doch aus der Nachbarklokabine Geräusche, die irgendwo zwischen Orgasmus und Todeskampf angesiedelt waren. Nein, das war nicht schön. Es gibt Dinge, die möchte man einfach nicht hören.


Ich reihte mich also hinten in den Startblock ein und erwartete ob des etwas schrägen Verlaufes des Tages nun vom Blitz getroffen zu werden. Aber nix dergleichen geschah und nach dem Startschuss kam ich gut ins Laufen.


Es ergab sich nur ein Problem. Der Körper will zur Zeit schneller laufen, als er kann und so beschleunigte er bei KM 2 auf unter 6 Minuten den Kilometer. Das mag von der Grundkondition noch gehen, die oben erwähnten harten Waden mögen das zur Zeit aber nicht so. Ich musste mich also zwingen raus zu nehmen, was ganz ordentlich gelang.


Der Rest war dann schnell vorbei, genauer gesagt nach 33:32, wobei am Ende noch grob eine Minute für einen Schnack mit einer Abteilungskollegin drauf ging, die am Wegesrand Support lieferte. Aber wenn die Zeit egal ist, dann kann man das mal machen.


Erster Block also abgeschlossen und die Zwischenziele sind erstmal erreicht. Nicht alle Trainings habe ich ganz 100 % durchziehen können, aber immerhin 95 % der geplanten Streckenlänge ist im Sack.


Nun also der zweite Block, der logischerweise schon mehr Kilometer bereit hält und äußerst schwierig wird. Auch weil Weihnachten immer viele Verabredungen und wenig Zeit bereit hält. Aber auch das werden wir meistern. Weiter geht es.


Und hoffentlich erholt sich der Fuß in den nächsten Tagen zu 100 %.


Sonntag, 8. November 2015

Die Bramfelder Winterlaufserie 1. Lauf am 08.11.15

Ein untrügliches Zeichen, dass das Jahr sich dem Ende zu neigt ist, dass sich die Hamburger Läufer Gemeinde am Bramfelder See einfindet und der traditionsreichen Bramfelder Winterlaufserie ihre Aufwartung macht.

Zwar gibt es hier eine Zeitmessung und auch Ergebnislisten, aber die wenigsten werden die Winterlaufserie als Wettkampf sehen. Vielmehr steht bei dieser Serie das "motiviert durch die dunkle Jahreszeit kommen" im Vordergrund.

So kann man frei wählen, ob man nun Walken, Nordic Walken oder Laufen will. Und auch die Länge ist zwischen 5 und 20 KM in 5 KM Schritten individuell und spontan wählbar. Dazu gibt es süßen Tee und im Ziel Waffeln. Fertig ist die kleine familiäre Veranstaltung.

Es gehen gut 2.000 Leute an jedem Termin an den Start, aber trotzdem ist das ganze ohne viel Gedrängel oder Hektik. Insgesamt eine Veranstaltung, die man immer wieder blind buchen kann.

Nun gut, wie immer waren wir zu früh und der Rest der Abteilung fand sich auch nach und nach ein. Startnummer klar gemacht, noch ein bisschen entspannt rumgestanden und festgestellt, dass von dem Winter, welcher der Laufserie ihren Namen gibt, nicht wirklich was vorhanden ist. So dominierte im Feld auch die Kleidungswahl kurz/kurz, aber auch Mütze und Handschuhe gab es.

Ich befinde mich immer noch in der Regeneration, so dass ein entspanntes und kurzes Laufen angesagt war. Die 4 Runden um den Bramfelder Teich kommen noch schnell genug. Also am Start alle erstmal ziehen lassen und sich hinten mit den Walkern eingereiht.

Der erste KM war dann auch eher sehr langsam, riss mir doch erstmal die Startnummer ab und ein kleiner Besuch im Busch war leider auch notwendig.

Danach aber lief es. Es lief einfach und ich lies es laufen. Was dazu führte, dass ich eine 6:00 Pace lief. Huch! Anstrengen tue ich mich gerade nicht, naja, dann einfach so weiter. Ein bisschen waren die Muskeln steif, waren sie doch lange nicht mehr wirklich schnell laufend unterwegs. Aber von Schritt zu Schritt wurde es lockerer.

Ich hatte mir entweder 5 oder 10 KM vorgenommen und beim ersten Zieldurchlauf war klar, dass es heute 10 werden. Sonst lohnt sich ja das aufstehen nicht. Also noch mal rum um den See. Ich hielt mich an zwei Mädels, die genau mein Tempo liefen und später entstand daraus eine richtig große Gruppe, welche erst einen KM vor dem Ziel zerfiel. Für mich ein ungewohntes Gefühl so in einer Gruppe zu laufen.

1:02:40 hieß es letztendlich offiziell. Aber das ist egal. 10 KM und Spaß dabei gehabt. Im Dezember sieht mich die Winterlaufserie wieder und dann gibt es auch voraussichtlich die volle Ladung.

Einziger Wermutstropfen: Mein Fuß mochte den Lauf nicht ganz so gerne und tat dann doch den Rest des Tages weh. Aber das wird schon wieder.


Sonntag, 18. Oktober 2015

Zum Ende umrunden wir den See / Müggelsee Halbmarathon

Der Lauf

Viele Menschen haben ein unfassbares sportliches Potential, was sie aus unterschiedlichen Gründen nicht abrufen können. Sei es, weil sie einfach in andere Sachen eingebunden sind, sei es, dass sie irgendwelche WehWehchen haben oder sei es, dass ihnen auch so ein bisschen das Vertrauen in die eigene Stärke fehlt.


Dann gibt es andere Menschen, deren sportliches Potential ist begrenzt, aber sie haben irgendwie ihren Weg in Volksläufe und Marathon und Triathlon gefunden. In diese Kategorie würde ich mich jetzt mal einordnen wollen.


In die andere Kategorie passt die Debütantin des heutigen Tages. J. hat ein ordentliches Potential, läuft 23 KM in einer lockeren 6:19er Pace, hatte aber bisher Respekt (Angst ist hier das falsche Wort) mal einen Wettkampf anzugehen.


Da wir uns schon seit langem immer mal wieder über Laufen und Sport austauschen, wurde irgendwann im Sommer die Idee gebohren mal einen Lauf gemeinsam anzugehen. Und nachdem der Terminierungsgenerator es gut mit uns meinte, wurde es der Müggelsee-Halbmarathon in Berlin.


Sehr schnell war mir klar, dass J. mir weglaufen könnte. Ich versprach ihr eine 2:06, was für sie locker, für mich aber Vollgas ist. Und so richtig sicher war sie ihrer Stärke nicht. So konnte ich sie ein bisschen motivieren, auch die letzten Einheiten durchzuziehen und in perfekter Form am Start zu stehen. Und den ersten Lauf eher ein bisschen ruhig anzugehen, ist garantiert nicht falsch. Nix ist frustrierender, als wenn man beim ersten Lauf hinten raus eingeht.


Ich hatte drei Wochen um mich auf Topform im Halbmarathon zu bringen. Die ersten drei Wochen in meiner doch schon längeren Sportkarriere, die ich gezielt auf einen Halbmarathon trainiert habe. Das ganze Training war auf eine 2:06 ausgerichtet und die Einheiten liefen auch sehr gut.


Garantiert habe ich J., dass ich sie bis km 15 in einer 6:00 Pace bringe und dann könne sie in den Endspurt gehen. Dazu noch ein kleiner Hol- und Bringservice und fertig war das Halbmarathonpaket.


Der Müggelsee Halbmarathon ist etwas, was es in Berlin nach meiner (Fern-)Beobachtung wenig gibt. Ein kleiner Volkslauf in familiärer Atmosphäre. Insgesamt 2000 Starter über drei Distanzen und eine sehr feine Organisation. Danke dafür. Vier Wasserstellen auf einer Halbmarathondistanz mit Zuckertee und Wasser sind auch schon die obere Grenze des Üblichen. Dazu noch alle Helfer mit einem freundlichen Lächeln, so soll Volkslauf sein.


Die Pre-Race Rituale ändern sich auch mit einem Debütanten an der Hand nicht: Nummer holen, Kloschlange verlängern, Klamotten abgeben und ein bisschen Pseudowarmlaufen.


Gestartet wurde dann in drei Gruppen. Zwei kleine schnelle vorweg und dann der Rest des Feldes. Das war auch bei der geringen Teilnehmerzahl sehr gut, denn bereits nach 200 Meter ging es auf einen doch sehr engen Feldweg.


Wir hatten uns in die 3. Gruppe eingeordnet und das war auch okay, auch wenn wir den ersten KM nur in 6:19 absolvieren konnten. Spoiler: Es blieb unser langsamster.


Danach war bei uns beiden kontrollierte Offensive angesagt. Schon bei KM 6 meinte J., dass sie Pläne liebe, die funktionieren. Und so war es auch. Die KM immer irgendwo zwischen 5:49 und 6:05, je nachdem, ob mal eine Wasserstelle besucht wurde, oder man eine gute Pflasterstrecke vor sich hatte.


Die Strecke ist eine echte Seeumrundung. Die Gegenseite ist dabei die Mainzer Landstraße des Müggelsee-Laufes. Gut 5 Kilometer geht es flach schnurstracks geradeaus. Da wir aber erstaunlich viel redeten und immer mal wieder Leute überholten, verging auch diese Strecke wie im Fluge.


Überhaupt hatten wir beide reichlich Luft zum Reden, was auch hieß, dass für uns beide das Tempo ganz okay war.


Bis KM 11 hatte ich eigentlich keine Probleme, aber dann hatte ich doch einen kleinen Hänger und musste mein Laufen von "locker" auf "geht an die Reserve" umstellen. Mein Ziel J. wenigstens bis zum 15. KM zu bringen. Seien wir ehrlich: Hätte sie gewollt, sie hätte hier abzischen können. Aber irgendwie aus einer Mischung von Vorsicht und einem trotzigen "wer begleitet hier wen?" blieb sie bei mir.


Und wir immer noch knapp unter 6 Minuten. Bei zwei Getränkeständen eine kurze eingeschummelte Gehpause und ab KM 15 lief es bei mir auch wieder besser. Da merkt man dann doch, dass Training mit Endbeschleunigung was bringt. Und die kleinen Kopfhänger waren durch das gemeinsame Laufen auch sehr schnell überwunden.


Bei KM 18 schickte ich J. dann aber doch weg. Die kleinen Anstiege kam sie einfach einen Schritt schneller hoch, als es für mich gut war und ich wollte einfach nicht einen kompletten Einbruch riskieren. Denn eine Hochrechnung zeigte: Hier war Bestzeit drin.


Bestzeit? Gelaufen beim Kiel Marathon 2012 (!) eine 2:05:26. Dazu muss man wissen, dass der Kiel Marathon damals aus vier Runden bestand, die alle ein kleines Stück zu kurz waren, so dass der damalige Halbmarathon vielleicht 20,7 KM hatte.


J. sah ich noch so 50 Meter vor mir, als es in KM 20 ging. Sie zündete dann den Turbo und auch ich versuchte einen Endspurt. Aber da waren dann die Dinge mit dem Potential. Den letzten KM lief sie beinah eine Minute schneller als ich. Respekt junge Dame, da steckt noch sehr viel in dir.


Endspurt, 2:05:20 war am Ende meine Zeit. Und damit auch neue Bestzeit. Wer hätte das gedacht? Und wenn man 2:06 verspricht, dann ist eine 2:05:20 doch im Rahmen dessen, was man verspricht.


J. haute bei ihrem Debüt eine 2:04:26 raus und die Einschätzung, dass sie auch unter 2 Stunden kommt, ist nun auch fest in ihrem Hirn verankert. Ich freue mich schon auf den nächsten gemeinsamen Lauf. Auch wenn du dann das Bier ganz in Ruhe kalt stellen kannst, bis ich im Ziel bin.


Ansonsten: Danke Berlin. Nein, die Stadt ist doof ;-) , aber das Wochenende hielt ganz viele wunderbare Menschen bereit, die mit Rat und Tat unterstützten. Danke dafür, ihr wisst, wer ihr seid.


Das Fazit


Und damit endet meine Saison 2015. Sie endet mit einem schmerzhaftem Fuss, der heute Morgen so gar nicht will. Ich denke, dass es nix schlimmes ist und hoffe, dass es morgen weg ist, sonst sieht mich dann wohl doch mal ein Arzt.


Ende der Saison heißt auch Fazit ziehen. Und dies soll hier passieren.


Das Frühjahr war zum größten Teil Murks und außer einem ganz ordentlichen 10er in Dresden und einem ordentlichen Halbmarathon auf der Insel, war es von Erkältung, Krankheit und nicht weiter kommen geprägt.


Da nagt dann auch schon mal der Frust an einem und man sitzt in einer Sackgasse. Es geht körperlich nix, die Ziele scheinen vollkommen außer Sicht und es geht irgendwie nicht. So beschloss ich im Mai die Saison mehr oder minder zu beenden.


Was dann passierte, war unglaublich. Wäre nun bei heftig.co zu lesen. Nein, es ist wohl eine Binsenweisheit, dass dieses "befreit aufspielen" nicht nur eine leere Floskel ist. Von Zielen befreit ging es plötzlich besser. Der Hella Halb wurde ein langsamer Spaßlauf, aber wichtig für den Kopf.  Das Training machte wieder Spaß und es waren leichte Fortschritte zu erkennen.


Trotzdem wollte ich mich nicht unter Druck setzen, schon gar nicht öffentlich, so dass ich einfach mir einen kleinen Plan strickte, der theoretisch nach Almere führen würde, aber ich verkündete dies nicht mehr.


Eine Sprintdistanz in Hamburg zeigte, dass man auch mit einer Radpanne gut ins Ziel kommen kann und gab mir gerade beim Schwimmen neue Zuversicht.


Zu Beginn des Augustes begab ich mich dann auf die olympische Distanz und hatte mir im Kopf vorgenommen dann in Almere zu starten, wenn ich unter 40 Minuten beim Schwimmen bleibe. Auch wieder niemandem gesagt, aber nachdem ich mit einer 39:08 aus der Förde sprang, war mir klar: Ich starte in Almere. Der Rest des Wettkampfes lief dann auch ordentlich.


Nun wurde der Trainingsplan noch mal ein bisschen überarbeitet und nach einem anspruchsvollen Block, begann die Zeit der Bestzeiten.


In Hamburg wurde meine 10 KM Bestzeit pulverisiert und kurz darauf war auch eine Halbdistanz unter 7 Stunden geschafft (auch Bestzeit). Und nun als Icing on the cake noch eine neue Halbmarathon Bestzeit.


Was nehme ich aus dieser Saison mit? Ich kann mir selber ambitionierte Trainingspläne schreiben und kann diese auch mit Spaß abarbeiten. Ich habe gewisse Grenzen, aber wo genau die liegen, weiß ich noch nicht zu 100 %. Das gilt es auszutesten. Ich darf mich von einem schlechten Frühjahr nicht fertig machen und es gibt halt auch mal schlechte Zeiten.


Wie jetzt. Denn nun ist erstmal Pause, lockeres Spaßtraining und ab November wird sich dann auf 2016 vorbereitet.


Und als Erstes soll da endlich die 5 Stunden Schallmauer im Marathon durchbrochen werden. Die Tempodifferenz zwischen Halbmarathon und Marathon muss sich doch verringern lassen. Ihr werdet es lesen.















Montag, 5. Oktober 2015

Und was machen wir nächste Saison so?

Freunde des gepflegten Ausdauersportes.

Meine Saison ist zu 99 % durch. Aber ein Fazit will ich noch nicht ziehen, denn noch steht der Müggelsee Halbmarathon als letztes Rennen aus. Ziel ist es locker unter 2:10 zu bleiben und die J. zu ihrem ersten Halbmarathon zu begleiten. Mal sehen was so geht.

Die Probelläufe am Wochenende sahen sowohl in Potsdam, als auch in Hamburg ganz vielversprechend aus, so dass dieses Ziel erreichbar sein sollte. Wenn denn der Fußballclub am Samstag nicht zuviel Kraft kostet.

Nach diesem Rennen ist dann erstmal Pause und dann wird auch genug Zeit sein ein Fazit zu ziehen.

Der Blick geht aber auch schon nach vorne. Leider ist es im Ausdauersport mehr oder minder üblich sich schon sehr früh zu Rennen anmelden zu müssen. Und so bin auch ich bereits für Rennen 2016 angemeldet.

Bisher habe ich drei Eckpunkte für die Saison eingeschlagen und dies werden wohl auch meine drei Hauptwettkämpfe bleiben.

Ich werde mein Training wieder ein bisschen anpassen, denn obwohl ich in den letzten zwei Jahren mehrere erfolgreiche Trainingsperioden hatte, will ich immer noch probieren. Auch damit es nicht langweilig wird. Immer mal wieder einen neuen Reiz und eine neue Idee einwerfen und gucken, ob sie funktioniert.

2014 bin ich sehr früh mit dem Radfahren eingestiegen und das hat gut geklappt. 2015 ist genau die gleiche Idee ziemlich nach hinten los gegangen. Deswegen werde ich 2016 mal etwas anderes probieren und zu Beginn den Schwerpunkt auf Laufen legen. Radfahren und Schwimmen wird stattfinden, aber bis April wird laufen im Vordergrund stehen.

Und zum ersten mal seit 2013 werde ich wieder ein Frühjahrsmarathon angehen.  Und da zufällig in meiner Heimatstadt ein solcher stattfindet, laufe ich nach einigen Jahren endlich mal wieder den Hamburg Marathon.
 

Ziel für diesen Lauf? Die magischen 5 Stunden zu brechen. Bisher bin ich in 10 Anläufen daran gescheitert. Mal weil ich einfach nicht vorbereitet war, mal weil am Renntag es einfach nicht lief oder auch knapp, wie letztes Jahr in Frankfurt.

Nun also der nächste Versuch. Angepeilt wird eine 4:45 und darauf wird mein Training ausgerichtet sein, aber sollte "nur" eine 4:59 klappen, wäre ich sehr zufrieden.

Danach eine kurze Pause und dann wird wieder mein bewährter 10 wöchiger Plan von diesem Jahr herunter gespult. Der hat gut funktioniert und auf Almere wirklich viel gebracht. Natürlich wird hier und dort ein bisschen was verändert, aber das Grundkonstrukt steht.

Im Sommer werde ich mir dann die Frage stellen, was Körper und Geist eigentlich leisten können und wollen.

Daher wird es danach zu zwei Halbdistanzen im Sommer kommen. Poznan und Zell am See sind geplant. Die sind relativ knapp aufeinander, aber ich will diese Belastung und dieses Risiko bewusst eingehen und ausprobieren.

In Poznan hoffe ich noch auf aktive Teilnahme eines ganz besonderen Menschens. Aber wir haben da nicht wirklich einen Lauf, was gemeinsame A Wettkämpfe angeht.

Und dabei eines im Hinterkopf haben: Werde ich diese drei Ziele schaffen, dann werde ich wirklich mal darüber nachdenken eine Volldistanz anzugehen. Ob ich es dann wirklich tue, weiß ich noch nicht, aber ich finde man sollte zumindest einmal im Leben mit dem Gedanken gespielt haben.

Warten wir es ab und ihr werdet es hier erfahren.