Montag, 16. Februar 2015

Olympia, du Heiligtum des Zeus

Freunde der Sonne, wie bekannt sein sollte, starte ich für den glorreichen FC St. Pauli von 1910 e.V. und dessen Amateursportabteilung Triathlon.

Und als aktiv Sporttreibender fühle ich mich natürlich angesprochen, wenn mein Verein zu einer Diskussion über die Idee von Olympischen Spielen in Hamburg aufruft. Das ich neben dem aktiven Sporttreiben auch ab und zumal passiv Spiele der Profimannschaft dieses Vereines besuche, sollte auch jedem klar sein.


Vorab: Ich finde - im Gegensatz zu vielen anderen Stimmen - grundsätzlich den Aufruf zu einer Diskussion a. legitim und ich finde ihn b. auch legitim ihn primär auf Facebook zu führen. Facebook ist ein Kommunikationsmittel, welches eine weite Verbreitung hat und von diversen Leuten genutzt wird um eine Meinung zu äußern. Mal ganz davon ab, lieber Autohof St. Pauli, ihr seid insbesondere auf Facebook mit Außenwirkung und Meinung aktiv und nörgelt dann, dass eine Diskussion auf Facebook stattfindet? Merkt ihr selber, oder?

Dies gilt aber nur dann, wenn a. die Facebookmeinung nicht als repräsentativ für den gesamten Verein und seine Mitglieder genommen wird (das sollte einer anschließenden Beratung in Gremien wie Mitgliederversammlung überlassen bleiben); b. auch andere Quellen für die Meinungsäußerung einbezogen werden und c. eine solche Diskussion auch moderiert wird. Zumindest an c. mangelt es auch ein bisschen. a. und b. kann ich (noch nicht) beurteilen. Ich finde aber ein offenes Brainstorming sehr gut. Besser als irgendeine finanzierte Choreo auf den VIP Plätzen, wie sie bei unserem rautigen Nachbarn passierte.



Und zur Diskussion will ich meinen Beitrag leisten.

Und ich sage euch ganz ehrlich Leute: Schwarz und weiß sehe ich das nicht. Ich tendiere auch eher dazu, dass die Nachteile überwiegen. Aber ich denke, dass es auch Argumente dafür gibt. Lest aber selber:

Ein Argument dafür ist, dass Sport einfach völkerverständigend ist. Erinnert ihr 2006? Eine meiner absolut besten Szenen dieser WM fand im Jolly Roger statt, wo sich eine Gruppe koreanischer Fans über Stunden ein Sangesduell mit unseren Skins lieferte. Am helligten Tag. Wo sonst, wenn nicht zu einem internationalen Sportereignis kann so etwas stattfinden? Die Leute, die dabei waren werden sich mit Gänsehaut erinnern. Einer der Tage meines ganzen Fußballfanlebens.

Und die vielen Menschen unterschiedlichster Nationen, die durch meine Stadt stromern, ja das macht mir Spaß. Ich kann leider nicht so spaßgebremst sein, dass ich es immer nur als Belastung sehe, wenn Menschen aus unterschiedlichsten Ecken meine Stadt sehen. Ich kann ehrlich gesagt nicht immer sagen, dass ich sie für wunderschön halte und mich dann ärgern, wenn das auch jemand sehen will.



Ein weiteres Argument für mich ist, dass Spitzensport und "seine Vorbilder" aus der Nähe in der eigenen Stadt zu beobachten auch etwas sehr besonderes ist. Die Vorstellung einen olympischen Marathon und/oder einen olympischen Triathlon an den Hamburger Straßen zu bewundern, ist schon eine besondere.


Was für mich nicht zählt sind die häufig genannten wirtschaftlichen Argumente. 1. sollten wir Hamburger arrogant genug sein, zu erklären, dass wir das nicht brauchen und 2. sind die eher sehr weich und nicht wirklich greifbar. Ich sehe das eher neutral. Und man muss sich auch immer fragen: Wer hat denn die wirtschaftlichen Vorteile? Ein paar Bauherren und Großgrundbesitzer? Oder ist es wirklich etwas, was der Allgemeinheit, der sprichwörtlichen Kassiererin in Billstedt zugute kommt? Man kann hier seine Zweifel haben.


Und hier setzt auch schon die Kritik an. Das kostet Geld. Nehmen wir mal London 2012 als Beispiel. Da haben die olympischen Spiele grob 17 Mrd US-Dollar gekostet. Mit Inflation und so können wir in Hamburg also grob von 25 Mrd Minimum ausgehen.

Man kann hier zugegeben einen Punkt machen und das ganze zu Grabe tragen. 25 Mrd für Sport sind ein Haufen Kohle. Insbesondere wenn es um ein Ereignis geht, das gerade mal 2 Wochen geht. Und eine rein private Finanzierung kann man getrost in das Land der Illusionen verschieben. Das wird öffentliches Geld kosten.

Und da kann man noch so sehr mit "Bauten danach anders nutzen" argumentieren, vielleicht sind nicht 25 Mrd danach nutzlos weg, aber eben doch viele Mrd. 

Nun bin ich mal frech und behaupte: Ja, trotzdem kann ein so reiches Land wie Deutschland 25 Mrd für Olympia auch mal ausgeben. Aber da merkt ihr schon den ersten Haken. Das Gebilde "Freie und Hansestadt Hamburg" kann es nicht! Und so lange man nicht einfach als Bund sagt "was kostet die Welt?" und die olympischen Spiele im Land finanziert, erscheint mir das äußerst fragwürdig. Warum dies? Ganz einfach: Hamburg hat sich an die Schuldenbremse ab 2020 zu halten. Nun ist Hamburg ein reiches Bundesland und wird diese halten können, aber wer glaubt, dass da wirklich viel Geld übrig ist, der glaubt auch an den Weihnachtsmann. Kurzum: In einer Stadt, in der gerade die Jugendsozialarbeit zusammen gestrichen wurde, ist jeder Euro für Olympia fragwürdig. Wenn der Bund eher Olympia als eine Bundeswehr finanziert, dann ist die Fragwürdigkeit schon eine ganz andere, wenn ich jetzt mal platt sein darf. (Ausdrücklich diskutieren wir nun nicht über Sinn und Unsinn dieser Schuldenbremse)

Olympische Spiele sind ein nice to have. Dies geht aber dann nicht, wenn ich mich wie in Hamburg geschehen aus Stadtteilen mehr oder minder als Staat zurück ziehe und sie nur noch polizeilich in den Griff bekommen will. Das geht nicht! Hier mache ich am Ende Olympische Spiele auf Kosten der Ärmsten.

Für olympische Spiele könnte als FCSP Fan noch etwas ganz anderes sprechen: Da steht unser Stadion als Austragungsort drin. Fein, da lassen sich doch garantiert so ein zwei drei Schönheitsreparaturen am dann 10 plus x Jahre alten Stadion im Etat der olympischen Spiele verstecken. "Einfach mal egoistisch sein" und gucken, ob man da was unter bekommt. ;-) Das IOC würde aber garantiert wieder gewisse Banden neutralisieren, was auch definitiv gegen Olympia in unserem Stadion spricht.

Was ich für Augenwischerei halte ist, dass man mit Olympia Infrastruktur für Schul- und Breitensport schaffen könnte, die sonst nicht geschaffen wird. Olympia ist immer Leuchtturm. Und nicht das breite Fundament. Leuchtturm muss auch sein, wir alle eifern den Kienles dieser Welt nach. Aber für das Fundament muss ich unabhängig davon Geld zur Verfügung stellen und dies tut Hamburg nicht. Und dies tun auch die ECE auch nicht, die jetzt groß Geld investiert (warum eigentlich?). So eine Dreifeldhalle kostet irgendwas um die 2,5 Millionen (das ich mal auf eine Seite der CDU verlinke...). Lieber Otto Konzern (und alle anderen, die sich in dieser Stadt gerne Mäzen nennen): So etwas kann man der Stadt Hamburg auch mal spenden. Gerne auch eine in Billstedt, eine auf St. Pauli, eine am Ostdorfer Born oder so.

Das ich meinen Verein in dem Bereich "Fundamentsportstätten" gerne sehr viel aktiver sehen würde, steht auf einem ganz anderen Blatt. "Sporthalle für St. Pauli" (Facebooklink) kann man als Verein nämlich noch sehr viel doppeldeutiger verstehen. Aber da las ich schon vielversprechende Ansätze beim neuen Präsidium.

Noch etwa spricht gegen Olympia. Machen wir uns nix vor. Das IOC ist ein riesiger Sauhaufen. Man muss da nur mal bei Jens Weinreich im Blog stöbern und bekommt sofort die Vokabeln "korrupt, undemokratisch und Staat im Staat" in den Kopf. Nun sehe ich den Weinreich nicht ganz unkritisch, aber er ist schon ein absoluter Fachmann auf diesem Gebiet.Lektüre lohnt sich also.

Man kann da sagen "keine Geschäfte mit diesen Nasen" aber dann müsste man so konsequent sein gar keine olympisch sanktionierten Sportarten mehr zu unterstützen. Denn auch wenn ich zum Fußball gehe und diesen populär mache, unterstütze ich diese ganze Mischpoke. Ob und wieweit ich sie unterstützen mag oder auf eine Wandlung hoffe, kann man dann individuell diskutieren. Das man keine olympischen Abordnungen mehr zu Spielen schickt, ist aber eher weltfremd.

Das sich das IOC noch diverse Sonderrechte für diese zwei Wochen einräumen lässt, verbessert die Lage nicht gerade. Ein sehr entscheidendes Sonderrecht ist dabei dieses "keine Steuern". Welches nebenbei auch für die Fußball-WM galt. Und keine Steuern meint insbesondere Umsatzsteuer. Und davon würde zumindest beim Ticketing doch eine Mark fünfzig hängen bleiben. Das hier Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert werden, liegt wohl auf der Hand. Das kann man ja gerne mal machen, wenn man genug Geld hat. Hat man das? Frag mal bei der Jugendsozialhilfe nach. Eben nicht.

Ganz ehrlich: Fette Hotels und Buffets? Das juckt mich weniger. Sollen die sich doch den Bauch vollschlagen, wenn sie Umsatzsteuer zahlen. 



Und zuguterletzt bleibt noch ein Argument, was schon gegen die Idee "Hamburg" spricht. Mit 99 % er Wahrscheinlichkeit wird es am Ende "die Hauptstadt" sein, die eine deutsche Olympia Bewerbung versuchen wird. Weil es ja "die Hauptstadt" ist und "die Hauptstadt" so toll ist. Wäre alles schön und gut, wenn Berlin Geld zu verschenken hätte. Haben sie aber genauso wenig. (Ihr merkt, ich bin vom ZDF Morgenmagazin, dem Berliner Regionalpropagandasender im deutschen Fernsehen mehr als geschädigt).

Komischerweise würde bei "der Hauptstadt" wahrscheinlich der Bund großzügigst in die Bresche springen, was das finanzieren von Kosten angeht. Und sich das Geld irgendwo bei den anderen Bundesländern eintreiben. Und dies würde er bei HH garantiert nicht machen.  Ja, ich bin da meckerig.

Und ob man 2024 oder 2028 wirklich eine Chance auf internationalem Parkett hat, kann man auch getrost bezweifeln. Und wenn man am Ende scheitert, hat man schon 200 Millionen (das sind so die Zahlen, die man für eine internationale Kampagne findet) in den Sand gesetzt. Für nix und wieder nix. Gäben wir diese 200 Millionen jetzt in Hamburg oder in Berlin aus, wären dies ungefähr 70 Dreifeldhallen. Und man hätte wahrscheinlich mehr für den Sport getan, als wenn man Olympia in die Stadt holt.

Daher: So sehr ich Spaß an solchen zwei Wochen hätte: Es ist nicht die Zeit und nicht der Ort um Olympia zu haben. Vielleicht irgendwann mal. Vielleicht lebe ich dann auch noch. Ich würde mich freuen.








Montag, 2. Februar 2015

Aussehen wie ein Maggibrühwürfel / Rodgau 50 / Januarfazit





Und schon ist er vorbei der Januar. Und damit auch die erste Wettkampfteilnahme im Jahr. Habe ich doch mein Schwesterherz nach Rodgau begleitet.

Hatte ich zum Ende der letzten Trainingsphase noch den wilden Gedanken, diesen Wettkampf zumindest Semiernst zu nehmen und vielleicht die 50 Kilometer wirklich zu schaffen, so reduzierte ich doch bald meine Ambitionen, so dass das für mich nur noch ein langer Lauf von ca. 25 Kilometern werden sollte.




Nun werden viele Menschen zu Recht sagen, dass es irgendwie absurd ist, dafür durch die halbe Republik zu fahren, aber zum einen mache ich dieses schon seit Jahren für schlechten Fußball und zum anderen war ja eigentlich geplant, dass die Schwester durchläuft. Kam dann alles anders, aber das könnt ihr bei ihr nachlesen.




Die Anreise war eher holperig, weil wir uns die Autobahn vor der Werratalbrücke (bekannt durch Funk, Fernsehen und die dort vorhandene feste Blitze) sehr genau angesehen haben. Schneefall, Minus 0,5 Grad und ein Unfall sorgten dafür, dass LKWs mit den Steigungen überfordert waren und so kam es wie es kommen musste, der Verkehr brach innerhalb kürzester Zeit zusammen. Kann man nix machen. Und auch die wirklich bemühten Räumfahrzeuge können da nur mittelfristig was ändern. Und so verloren wir sehr viel Zeit und mussten leider unsere Essensverabredung streichen. Sehr bedauerlich, denn ein Schnack mit anderen Läufern ist doch immer sehr inspirierend.




Das Hotel vor Ort erwies sich als einfach aber gut und nach einem leckeren Frühstücksbuffet am Samstagmorgen machten wir uns auf, die Startnummern einzusammeln.




Sehr pünktlich anwesend, damit auch einen schönen Parkplatz habend, freuten wir uns über die wirklich gute Organisation durch den Rodgau Lauftreff (RLT). Man denkt da wirklich an alles. Man wird per Person vor einer wirklich haarigen Stufe gewarnt, es sind Helfer ohne Ende anwesend und man bekommt noch ein wirklich knuffiges Geschenk (diesesmal ein Handtuch) und das alles für einen Preis von 25 Euro. Das ist ehrlich gesagt schon sehr preiswert. Und wenn man dann noch bedenkt, dass die RLT das Geld bar am Tag des Wettkampfes einsammelt, dann ist man noch mehr erstaunt. Tragen die so doch das morgendliche „ne ich habe doch kein Bock" Risiko und müssen für alles in Vorlage gehen. Und von irgendwas über 1000 Voranmeldungen gehen am Ende „nur" 860 an den Start.




Um es mal zu sagen: Es ist wirklich erfrischend, schön und toll, wenn ein Veranstalter so unkapitalistisch und flexibel denkt.




Einige Vögel haben garantiert auch was zu meckern (z.B. das es sich um eine 5 KM Runde handelt), aber zu diesem Preis ist das wirklich unschlagbar.




Danke liebe RLT!




In der Sporthalle traf man dann noch die Lauffreunde und gemeinsam ging es zum Start. Man sabbelte fröhlich vor sich hin und irgendwann kam das Thema Doping auf. Und da gab es folgende Sätze zu hören. „Ich kenn da einen, der ist Extrembodybuilder, der kann dir alles besorgen. Der ist nicht sehr groß und sieht aus wie ein Maggibrühwürfel." Hm, ne danke, ich bleibe da doch lieber Läufer und Dopingfrei.




Unsere Lauffreunde stammen aus dem schönen Thüringen und so wurde noch eine uralte Rechnung über eine Westkassette zum Thema. Aber ein Streit unter den Lauffreunden konnte vermieden werden. ;-)




Und so ging ich mit dem „kleinen nörgeligen Thüringer" (unsere Suchbeschreibung) gemeinsam auf die Runden. Und man muss es sagen. Mit dem Sven seine Runde drehen zu dürfen ist schon ein besonderes Privileg. Immer einen guten Spruch auf den Lippen, immer für ein Schnack zu haben und dabei super angenehm.




Und obwohl ich ab Kilometer 1 Blei in den Beinen hatte, war an ein vorzeitiges beenden gar nicht zu denken. Sven streut dann taktisch gut Pinkelpausen ein und weiß einen zu motivieren, so dass wir zwar langsam aber doch flüssig bis KM 19 kamen. Danach wurde es bei mir dann doch sehr schwierig und ich merkte, dass mir längere Längen noch nicht so wirklich gegeben sind. Nun gut, soll ich vom ganzen Trainingsaufbau auch nicht.




Mein Darm wollte mal das Dixie besuchen und danach ging es auch nur noch speedwalkend weiter, so dass die letzten 5 km in äh schnellen äh 49 Minuten absolviert wurden. Ehrlich gesagt: Mir so etwas von egal. Ich kenn mich. Und für mich und mein Training ist es sehr viel wichtiger, dass ich die Kilometer mache, als irgendeine Geschwindigkeit. Meine Erfahrung (!) sagt mir: die kommt bei mir von ganz alleine und sehr plötzlich.




So waren die 25 Kilometer genau das richtige, es war fordernd, es tat am Ende weh, aber heute wäre ich schon wieder zu allen Gemeinheiten bereit.




In meinem persönlichen Ziel wartete schon der liebe @remaklation und als dann auch Schwester zur Vernunft bewegt wurde (dabei ist sie doch die Ältere ;-)), hatten wir uns auch schon zu einem netten Abendessen nebst seiner Gattin verabredet.




Und wären nicht schon die laufenden Freunde und die ganzen lieben Twitterati den Weg wert gewesen und wäre nicht die Veranstaltung toll, so wäre doch alleine dieses Abendessen jeden Kilometer wert gewesen.




Sonntag ging es dann ohne Stau nach Hause und so konnte für den Januar Bilanz gezogen werden. Ich habe im Januar 37:49 h Sport getrieben. Dies in 26 verschiedenen Einheiten. 92,1 KM war ich Freiluftradeln; 108 KM Freiluftlaufen; 8 KM Hallenschwimmen. Hinzu kommen noch 12:15 h auf der Rolle.




Das ist noch nicht ganz das geplante, ist dem aber schon sehr nah. Im Februar hoffe ich natürlich auf besseres Wetter, damit es mehr draußen Radkilometer werden und das Schwimmen wird definitiv sehr viel mehr. Und dann wird es auch schon sehr gute Formen annehmen. Hoffe ich.




Heute schon geht es weiter.




Montag, 26. Januar 2015

Meine (vorläufige) Saisonplanung 2015 und ein Update

Ich stelle gerade entsetzt fest, dass ich hier noch nie eine Übersicht über meine geplanten Wettkämpfe gemacht habe. Das will ich dann doch gleich mal nachholen.


Das ganze ist auf zwei Säulen aufgebaut, die für mich die absoluten A+ Wettkämpfe sind und auf die sich die Trainingseinheiten ausrichten.

Das ist zum einen die Challenge Heilbronn und zum anderen die Challenge Almere. Bei beiden werde ich über die klassische Halbdistanz (1,9 Schwimmen, 90 Rad und 21,1 Lauf) starten.


Somit sind der 21.06.15 und der 12.09.15 sehr dick im Kalender angestrichen. Auf diese beiden Daten konzentriert sich das Training und so bin ich gerade im ersten Grundlagenblock für die Challenge Heilbronn.


Aber noch weitere Wettkämpfe warten. So an diesem Wochenende die Rodgau 50.


Die für mich aber keine 50 werden und die ich auch eher als D Wettkampf ansehe. Das ganze soll für mich ein gemütlicher langer Lauf von 25 bis 30 Kilometern werden. Ich denke, dass ich sehr lange mit dem Lauffreund Sven durch die Gegend traben werde, dabei schnacken werde und dann irgendwann kein Bock mehr haben werde. Und mehr als 30 werden es definitiv nicht.


Ihr werdet zu Recht fragen: Warum dafür nach Hessen fahren? Naja, einmal will Schwesterherz die ganzen 50 machen und da begleite ich sie doch gerne. Zum anderen ist es natürlich verlockend und motivierend so mit einem ganzen Mob seine Runden zu drehen.


Als nächster Wettkampf ist dann der Wilhelmsburger Insellauf geplant. Am 12.04.15 ist für mich genau der 3. Block der Vorbereitung beendet und daher eignet sich das ganze sehr zu einem Formtest. Das ist auch insofern interessant, als dass ich diesen Lauf in den letzten beiden Jahren auch mit gelaufen bin und so ein Vergleich habe. 2013 stand am Ende eine 2:19:37 in den Büchern, letztes Jahr bin ich dort eine 2:16:29 gelaufen. Beides ist weit weg von der 2:05:26, die ich 2012 in Kiel als Halbmarathonbestzeit gelaufen bin. Irgendwann will ich diese Bestzeit auch mal unterbieten. Ob das nun schon da der Fall ist, wage ich jedoch zu bezweifeln. Aber ich würde schon gerne so 5 Minuten schneller geworden sein. Legen wir uns hier mal als Ziel eine 2:11 hin.


Nach dem nächsten Trainingsblock kommt dann der Halbmarathon im Rahmen des Rennsteiglaufes. Ich kenn die Strecke nicht, so dass sich hier eine Zeitansage verbietet. Das ganze soll allemal ein guter Härtetest werden, denn Hügel sind gerne mein Problem.


Und dann ist auch schon der letzte Trainingsblock und am 21.06.15 geht es dann zum ersten Mal in die Vollen.


Was mir noch fehlt vorher ist irgendeine OD oder Sprintdistanz. Warum? Weil ich gerne vorher noch mal die Wechsel und die Abläufe üben will. Zur Zeit schiele ich da auf ein zwei mögliche Wettkämpfe am 30/31.05. Da geht es mir dann weniger um Zeit und Ehre, als um das Üben des Ablaufes. Mal gucken.

Nach Heilbronn ist dann erstmal kurz Urlaub angesagt und am 19.07.15 starte ich dann beim ITU Triathlon in Hamburg. Wie schon letztes Jahr wahrscheinlich ohne vernünftiges Training in der letzten Vorbereitung und wie letztes Jahr einfach nur weil da mein ganzer Vereinshaufen startet. Zeit und Leistung wird da eher zweitrangig sein. Insbesondere weil ich da dann auch schon im ersten Block für Almere bin.


Und da endet dann das Jahr. Am 12.09.15. Und hier ist mein Traum unter 6:45 zu bleiben. Was heißt: 50 Minuten schwimmen. 3:15 Rad 2:20 Lauf plus Wechsel plus ein bisschen Abstand. Das ist das Ziel. In Heilbronn habe ich nicht ein ganz so festes Zeitziel, aber in Almere soll das klappen.

Deswegen ist das ganze Jahr auch eine Road to Challenge Almere (RTCA).


Wie steht es nun aber? Ich versuche in Blöcken von 4 Wochen zu trainieren. Das sind dann eigentlich immer 3 Belastungs- und eine Entlastungswoche. Die Umfänge und die Inhalte der Einheiten orientieren sich an DEM Friel, wobei ich das schon ein bisschen für mich individuell angepasst habe.


Das hat einfach folgenden Grund: Ich bin der schlechteste Schwimmer der Triathlonwelt und so kann ich da nicht mit irgendwelchen Drills oder so arbeiten. Für mich gilt da nur das Ziel: 1,9 km schaffen. Technik und Zeit ist dabei zweitrangig.

Wenn ich dazu aber im Januar schon 1250 Meter in 36 Minuten schaffe, dann bin ich in diesem Bereich schon sehr viel weiter als letztes Jahr. Und das ist das einzige Ziel.


Letztes Jahr habe ich auf dem Rad und beim Laufen in der Triathlonvorbereitung nicht ein einziges Intervall gemacht. Das soll dieses Jahr auch anders werden und so werden bei beiden Disziplinen Intervalle Kernbestandteile der Wochen. Die Hassliebe zu Intervallen beschreibt Wolfgang sehr gut.


Auf dem Rad fühle ich mich sehr viel fitter als letztes Jahr zu Beginn der Saison. Nur beim Laufen habe ich - freundlich gesagt - den gleichen schlechten Stand wie letztes Jahr im Winter. Spätestens im April werde ich sehen, ob sich daran etwas ändert.


Ihr werdet es hier erfahren.









Donnerstag, 1. Januar 2015

Von guten Vorsätzen...

Erstmal ein fröhliches, verletzungsfreies und schönes Jahr für alle meine Leser, Follower, Freunde, Menschen und Teddybären!


Ja liebe Freunde, auch ich habe Vorsätze. Und ihr könnt ungefähr überall lesen, warum Vorsätze eigentlich nicht funktionieren. Und warum es keine gute Idee ist mit dem Laufen oder dem Fitnessstudio (drei s?) heute (bzw. im Januar) anzufangen.


Und die Statistik und die Erfahrung gibt den beiden angegebenen Quellen recht. Wer am 01.01. mit Sport anfängt, wird sehr häufig dies nur bis zum 03.01. durchhalten. Vielleicht noch bis zum 01.02. aber spätestens dann wird es schwierig.


"Ich mach jetzt Sport, morgen fang ich an!" hat in meinem Bekanntenkreis genau einmal funktioniert. Der junge Mann, der dies vor Jahren mal sagte, der macht bis heute fleißig Sport.


Und ich bin hier ja auch kein Lifestyleblog, der euch nun die besten Durchhaltetipps gibt. Sehe ich aus wie Men's Health? Habe ich ein Waschbrettbauch?


Und doch habe auch ich Vorsätze und Ziele. Und zufälligerweise beginnen die auch im Januar. Ein Ziel ist es natürlich meine beiden A Wettkämpfe (Challenge Heilbronn und Challenge Almere jeweils als Halbdistanz) überzeugend und mit einem Lächeln zu finishen. Am liebsten beide unter 7 Stunden. In den sozialen Netzwerken habe ich dafür #rtca gewählt, weil es für mich eine Road to Challenge Almere ist. Am Ende des 12.09.15 sitze ich hoffentlich im Zielbereich der Challenge Almere und blicke mit einem leckeren (ja, es wird dann lecker sein) Heineken auf ein tolles Jahr zurück.


Und da muss man keinen Vorsatz haben, da wird ab jetzt ordentlich trainiert werden müssen. Mein eigentlicher Trainingsplan beginnt am 19.01.15. Nur wenn ich sehe, was ich mir da so vorgenommen habe, dann trainiere ich jetzt, damit ich den Trainingsplan durchhalten kann.


(Ich wollte den Absatz schon wieder mit "und" beginnen, ich glaube ich mach das jetzt absichtlich.)

Und seien wir ehrlich: Laufen bei Regen und plus 4 Grad macht keinen Spaß. Und hier vielleicht doch ein Tipp an die Vorsatzläufer: Ihr wählt wirklich den härtesten Weg. Es ist kalt, dunkel und bäh draußen. Wäre es nicht sinnvoller mit eurem Vorsatz bis zum 01.03. zu warten? Ich garantiere euch: Der Einstieg wird euch viel leichter fallen. Die Blumen kommen, die Luft riecht nach Frühling, der Walt knistert. Das ist viel spaßiger, als durch den Matsch zu trampeln. (Alle Trailfreunde verzeihen mir jetzt bitte diese Behauptung.)


Und auch das Radfahren ist zur Zeit keine reine Freude. Entweder man bekleidet sich wie zu einer Mount Everst Besteigung und friert trotzdem auf dem Bike oder man nimmt die Rolle. Bei ersterem: Respekt an all die Radjunkies, die das machen. Ich habe das Glück an einer der schönsten Hamburger Radausfahrten zu leben und wenn ich sehe, wie viele Mount Everst Besteiger mir da in den letzten Tagen entgegen kamen: Mein tiefsten Respekt.


Und die Alternative Rolle ist ehrlich gesagt so etwas von BÄÄÄÄÄÄHHH. Laut und langweilig ist sie. Aber sie hat auch Vorteile. Und so mache ich mir die Rolle gerade schmackhaft. Ich trainere ja um den Trainingsplan zu schaffen und dies heißt für mich insbesondere Grundlagenausdauer zu trainieren. Und auf einer Rolle kann man sehr gut gleichmäßig und ruhig treten. Das kann man draußen aufgrund von Verkehr oder Wind nicht so gut.


(Mist, langsam wird das schwierig mit dem "und" :D Lassen wir das also.)


Ich vergleiche mich ja auch immer so ein bisschen mit letztem Jahr. Meine Premiere auf der Halbdistanz ist mehr oder minder erfolgreich geglückt und auch eine Marathonbestzeit war drin. Kurz: 2014 war erfolgreich, die Trainingsmaßnahmen haben gegriffen und ich habe mich als Sportler weiterentwickelt (damit haben wir dann auch das Thema "Jahresrückblick" erfasst). Auf dieser Basis gilt es aufzubauen und sich auf meinem bescheidenen Niveau weiter zu entwickeln.


So fällt mir auf, dass meine Rollenfähigkeiten doch weiter entwickelt sind als letztes Jahr. Fiel ich letzten Januar nach 45 Minuten halbtot von der Rolle, kann ich jetzt schon gut 90 Minuten in einem Tempo und einer Intensität durch treten. Da spielen natürlich auch die ungeplanten 150 Urlaubsradkilometer eine Rolle.


Beim Laufen sieht das etwas durchwachsener aus. Ich kann zwar schon 17 KM gut laufen, aber das Tempo ist meilenweit von meinem normalen Trainingstempo entfernt. Man könnte auch sagen: Ich Speedwalke.


Und da sind wir auch schon bei dem kleinen Problem gegenüber  letztem Jahr. Ich habe es mir im Urlaub und über die Feiertage ein bisschen gut gehen lassen. Und so habe ich doch ein zu hohes Kampfgewicht. Ein Asket werde ich in meinem Leben nicht mehr und wirklich "schlank" war ich in meinem Erwachsenenalter mal ein Jahr als Student und drei Monate als Arbeitnehmer, aber zur Zeit ist es doch ein bisschen viel.


Und ihr kommt dann mein guter Vorsatz ins Spiel. Das Gewicht soll doch ein bisschen fallen. Und zwar mehr als letztes Jahr. Zumindest bei mir fällt das Gewicht schon aufgrund eines intensiven Trainingsplanes, aber dieses Jahr will ich das ein bisschen forcieren.


Zahlen nenne ich jetzt hier nicht, aber so ein zwei drei viele Kilos wären schon toll.


Bleibt noch das Schwimmen und damit meine Problemdisziplin. Nicht, dass ich nicht 1,9 Kilometer schaffen würde. Nein, das würde ich im Bruststil schon irgendwie hin bekommen. Aber der Bruststil belastet zumindest so wie ich ihn schwimme meine Beine doch ordentlich. Und das will ich ein bisschen reduzieren. Die Beine haben nach dem Schwimmen ja doch noch ordentlich was vor. Und so habe ich mal wieder den Versuch gestartet ein bisschen zu kraueln. Und siehe da! Technik und so zwar fürchterlich, aber ich erziele wirklich Fortschritte und kann schon kleinere Strecken (bis 75 Meter) durchhalten. Das war letztes Jahr doch ganz anders. Nun werde ich versuchen in den nächsten Wochen immer eine Bahn Krauel, eine Bahn Brust zu schwimmen und so auch die Ausdauer im Wasser zu schulen. Begleitend bin ich brav beim Krafttraining machen, so dass ich denke, dass ich Ende Februar vielleicht 1000 Meter im Wechselbahnensystem schaffe. Und dann kann ich vielleicht so ähnlich auch die 1,9 KM überstehen. Und ganz vielleicht drücke ich meine Schwimmzeit ja um ein zwei drei Minuten?


Damit nebenbei der letzte Tipp für den Vorsatzsportler: Setzt euch keine Utopien! Utopien sind wichtig und gut, aber sie sind auch sehr schnell enttäuschend. Weil man sie eben nicht erreicht. Und zu schnell zu viel führt zu Frust, führt zu Schweinehund und führt zu bäh. Nein, kleine Schritte! Freut euch darüber, wenn ihr 1 Sekunde schneller geworden seid! Und so ist es bei mir auch im Schwimmen. Kleine Schritte. Und irgendwann platzt der Knoten.


Also: Let's do it!


 

Montag, 27. Oktober 2014

Die Lehren aus #FFMPB

Wer jetzt einen kurzen Blogartikel erwartet, den muss ich jetzt schon enttäuschen. Das wird nun lang. Denn ich ziehe jetzt meine Lehren aus einer neuen persönlichen Marathonbestzeit in Frankfurt.

1. Die Fakten
Meine Marathonbestzeit ist wieder da, wo sie für mich hingehört. In Frankfurt. Fragt mich nicht warum ich dieses Rennen so mag, denn es hat weder eine unfassbar schöne Strecke, noch wirklich viel Publikum oder eine herausragende Organisation.

Was Frankfurt hat, ist definitiv das beste "Hotel". An der Rhoihessenfront (nein, das ist nicht in Hessen ;-)) bei P. und M. kann man sich einfach nur wohl fühlen. Ich weiß gar nicht, wie viele Dankeschöns ich den beiden schicken soll, sie würden für die Gastfreundschaft nicht ausreichen.



Die Strecke ist schnell und das Publikum ist gehobener Durchschnitt. Das was in Frankfurt wirklich rockt ist der Zieleinlauf. Aber vor die Festhalle hat der Marathongott ja grob 42 Kilometer gelegt.

Nun ja, diese habe ich in insgesamt 5:04:46 zurück gelegt. Und damit meine Bestzeit um ziemlich genau 9 Minuten und 40 Sekunden verbessert. Das ist erstmal ein Brett.

Das ist umso mehr ein Brett, als dass ich diese alte Bestzeit seit 2011 (!!) nur minimal (8 Sekunden, letztes Jahr in Hamburg gelaufen) verbessert bekommen habe.

Die Geschichte des Rennens ist schnell erklärt. Ein klitzekleines Stück zu schnell angegangen, dann eingegangen, dann durchgebissen. Es ging aber nicht, ich konnte nicht langsamer loslaufen. Die Beine wollten laufen, der Puls war niedrig. Nur der Körper an sich war von Kilometer 1 an schwer wie Blei. Ich hatte gestern nicht den perfekten Lauftag erwischt. Einen guten Tag hatte ich, aber vom Gefühl her hatte ich schon Tage, wo ich mich einfach leichter fühlte. Aber egal.

Erster Halbmarathon in 2:23, den zweiten in 2:41. Beides müsste das jeweils schnellste innerhalb eines Marathon sein.

2. It ain't over until the Festhalle is reached

Km 26 ich laufe so locker irgendwas um die 7:00 pro Kilometer, lasse mir bei den Getränkeständen bewusst Zeit und lasse auch bei den - wenigen - Anstiegen lieber ein paar Sekunden liegen. Aber alles ist locker. Es geht mir gut. KM 26,1 oh, irgendwie geht das doch nicht so locker. KM 26,2 hmm... du bist schon ganz schön alle. KM 26,4 BÄMMM. Hallo Mann mit dem Hammer, es geht NIX mehr.

Die Geschwindigkeit mit der dieser Hammermann kommt, ist schon beeindruckend.

Bis KM 30 kämpfte ich wirklich damit wieder in die Spur zu kommen. Aber irgendwie ging eine Kombination aus laufen und gehen dann doch.

3. Wenn du rechnest, vergiss die 195 Meter nicht

Ich beginne dann immer zu rechnen. Das lenkt mich ab, das gibt mir A, B, und C Ziele. Man rechnet also: Wann bin ich da, wenn ich den Kilometer in 8 Minuten, in 9 Minuten oder in 10 Minuten laufe? Das wiederhole ich dann jeden Kilometer. Und irgendwo bei KM 32 war klar: Wenn du jetzt irgendwas um die 8 Minuten läufst, dann ist eine 5:05 drin. Was für mich - siehe oben - eine riesige Verbesserung wäre.

Nun wird also immer darauf geachtet, dass die gehen - laufen - gehen Taktik pro Kilometer nicht mehr als 8 Minuten verbraucht. Klappt auch ganz gut. Nur zwei Kilometer brechen nach oben aus, die meisten sind bei 7:40 bis 7:55.

Nur was ich in der Rechnung vergessen hatte: Die 195 Meter. Und wenn man dieses Tempo laufgeht, dann braucht man für die auch grob 2 Minuten. Und nun hatte ich mir doch 5:05 als Ziel A gesetzt. Daher dann auf dem letzten Kilometer noch mal ein Endspurt. Wie lang ist diese verfluchte Zielgrade eigentlich? Und warum kommt die Festhalle nicht näher?

4. Marathon ist Kopfsache

Das mein Magen mal wieder Tage vorher verrückt spielte war klar. Das ich die ganze Woche vorher vollkommen erkältet mich fühlte, war für mich neu. Das ich am Morgen nervös wie Sau war, ist klar.

Aber jedes Rennen hat seine Höhepunkte und seine Tiefpunkte. Und an den Tiefpunkten kann man scheitern. Hier will der Körper nicht und hier muss der Kopf willensstark bleiben.

Ich hatte mich vor dem Rennen mal länger mit der @exilfortunin über diese Problematik unterhalten. Und sie meinte so schön "man müsse die Stimmung genießen und positiv denken. Im Notfall alle Kinder abklatschen und die Musik genießen." (oder so ähnlich). Gesagt getan. Was dann auch dazu führt, dass man bei KM 37 Staying Alive mittanzt auf der Strecke.

Der Kopf war stark heute und obwohl ich mein Tempo nicht ganz halten konnte, habe ich ein vernünftiges Tempo ins Ziel retten können. Und daraus folgt auch folgende Feststellung:

5. Weniger ist bei mir mehr

Ich bin bisher immer 3 bis 4 Marathone im Jahr angegangen. Und ich muss feststellen: Das geht bei mir nicht. Ich bin dann zu gehetzt, habe einfach nicht die mentale Frische und nicht die Freude am Lauf. Ich habe vor Frankfurt genau ein Jahr Pause mit dem Thema Marathon gemacht, habe eine Halbdistanz mit dem abwechselungsreicheren Training zwischengeschoben und mich dann sehr konzentriert auf diesen Marathon vorbereitet. Und es hat geklappt.

Daher wird der nächste Marathon auch erst in 2016 angegangen. Wahrscheinlich in Frankfurt.



Marathon ist eben immer ein Tanz zwischen Training an der Leistungsgrenze und Erhaltung der Leichtigkeit. Wie man es perfekt macht, hat Arne Gabius gezeigt. Unbekümmertheit ist im Marathon sehr viel wert.

Glückwunsch zu dieser überragenden Leistung, Herr Gabius. Das ist wirklich mal eine Hausnummer. Mit etwas mehr Erfahrung kann er - wenn er noch mal den perfekten Tag erwischt - den Deutschen Rekord angehen.  



6. Ich habe ein Trainingsplan der für mich funktioniert.

Ich habe sehr viel herum probieren müssen mit Trainingsplänen. Der letzte, den ich hatte war sehr auf lange Läufe ausgerichtet und hat mich irgendwann auch einfach mental überfordert. Ich hatte einfach keine Lust mehr zu laufen. Dieses mal war die Anzahl der langen Läufe überschaubar. Und es waren einfache 6 bis 12 KM Genußläufe mit im Trainingsplan enthalten. Man kann viel darüber diskutieren, ob die einen körperlichen Effekt haben, aber mental helfen sie sehr. Man hat Spaß an diesen Läufen, sie sind überschaubar.

An Details kann ich allemal noch feilen, aber das Grundkonzept steht auch für den nächsten Marathon.

Insbesondere habe ich endlich eine Art Tapering, die zielgenau auf das Rennen hinarbeitet und passt. Das hat mir bei vielen anderen Trainingsplänen bisher nie gefallen. 

7. Die Bedingungen waren perfekt

Windstill, meistens bewölkt, irgendwas um die 16 Grad. Endlich starb ich mal nicht den Hitzetod.


8. Ich habe ein Gel, was mein Magen ab kann

Magen ist bei mir immer ein Thema und in Wettkämpfen habe ich bisher immer den Dixie Ausflug machen müssen. Und das auch immer länger. Diesmal nicht. Und das lag auch daran, dass ich endlich ein Gel gefunden habe, was mein Magen nicht sofort mit Blubbern und meckern quittiert.

Das Ultra Sports Gel ist es. Trotzdem möchte ich keine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen, denn seien wir ganz ehrlich: Es ist leider auch das Gel mit dem fürchterlichsten Geschmack ever. Aber wenn der Magen sagt, dass es gut ist...

9. Twitter ist toll

Wildfremde Menschen fiebern mit, wenn man unter dem Hashtag #FFMPB (Frankfurt am Main Persönliche Bestzeit) sein Leid und seine Trainingskilometer kund tut. Menschen, die so einen Marathon ohne Vorbereitung fast doppelt so schnell laufen gratulieren einem ehrlich zu der persönlichen Leistung. Und wenn man mal jemanden persönlich trifft, dann sind sie unfassbar freundlich. Der Lauffreund-Sven war schon bewährt und bekannt und auch wenn dieser Kämpferherz keine perfekte Saison hatte, so ist es immer wieder schön ihn irgendwo zu treffen. Ich freue mich alleine deswegen schon auf Rodgau.

Und neu hinzu gekommen unter "Kenn ich in real" ist das  @xfmgirl, die aus dem United Kingdom eingeflogen war um ihr Debüt auf der Marathonstrecke zu meistern. Wenn aus einem kurzen Hallo auf der Nudelparty ein 45 minütiges Gespräch wird, dann weiß man alles. Es war schön. Und ich hoffe man läuft sich irgendwann wieder über den Weg.

Danke für alle guten Wünsche und Glückwünsche. Und für die ganzen Tipps und eigenen Laufgeschichten. Mich motiviert so etwas.

10. Und nun? 
Ist erstmal Pause. Diese Woche mache ich gar nix (auch weil ich da zu so einem Pokalspiel will...) und danach werde ich mal an meiner Schwimmtechnik feilen. Im Dezember geht das Gelaufe wieder los. Und das Spinning. 
 
Ich laufe 2015 keinen Marathon! Ich laufe sowieso eigentlich nie wieder! Oh, Rodgau 50? Da muss man hin! Naja, ob es dann am Ende die ganzen 50 KM werden, wird sich zeigen. Ich bereite mich 8 Wochen gezielt drauf vor, mal sehen. Mehr als letztes Mal (20 KM) sollen es schon werden, aber wieviel, wird sich zeigen. Für mich ist das ein sogenannter B Wettkampf. Freunde treffen, locker auf Grundausdauer laufen und wenn ich zufällig bis KM 40 komme, dann beisse ich mich durch.

Und dann geht es an die Halbdistanzen. Es wird ein spannendes Jahr! 







Donnerstag, 16. Oktober 2014

9 Tage noch bis #FFMPB

Ein Blog, der sich größtenteils an Wettkämpfen orientiert, bleibt in einer Marathonvorbereitung sehr lange leer.

Das ist schade, denn ihr ganzen Leser da draußen lechzt doch nur nach meinem neusten Bericht, oder? ODER?

Nun denn. In 9 Tagen stehe ich vor der Frankfurter Festhalle, direkt hinter meinem Hasen Arne Gabius (der nebenbei einen sehr wundervollen Bruder hat, der ganz toll kochen kann, aber das ist jetzt eine ganz andere Geschichte.) und wenn der schon mit seiner Olympiaqualifikationsnormzeit (Galgenraten anyone?) fertig ist, geduscht hat und 200 Interviews gegeben hat, bin ich so bei KM 38 und kotze gerade.

Nun denn. Die Vorbereitung lief ziemlich gut, ich bin grob das gelaufen, was mein Plan mir vorgesehen hat und das ging auch alles gut. Ich habe zum ersten Mal in einer Vorbereitung längere Läufe mit einer Endbeschleunigung garnieren können (!). Gewollt habe ich das schon länger, aber gekonnt habe ich es nicht.

Auch die Tempoeinheiten liefen ziemlich gut und endeten mit einer 10 KM Tempoeinheit, die ich trotz Berg- und Talbahn auf der Strecke gut unter 1 Stunde absolvierte.

Gestern nun die letzte härtere Einheit, die ein 10 KM Fahrtenspiel mit 2 Ein- und 2 Auslaufen vorsah. Auch das ging trotz schwerer Beine ganz gut von der Hand.

Und so sind wir jetzt hier und natürlich bekommt man die übliche Frage gestellt: Bist du fit?

Ich glaube nahezu kein Sportler würde diese Frage ehrlich beantworten, wenn er 9 Tage vor seinem Saisonhöhepunkt ein lautes "JA!" rausbrüllen würde. Irgendwo sind immer Zweifel. Bin ich genug gelaufen? Funktioniert der Trainingsplan so? Was ist das für ein zwicken da in der linken Wade? Etc. pp.

Und hier kommt halt das zweite Element eines Marathonlaufes ins Spiel. Der Kopf. Denn bei spätestens KM 35 tut es jedem Athleten weh. Die einen kommen da durch, die anderen nicht. Und hier ist auch meine große Herausforderung. Denn gerne bin ich genau dort an besseren Zeiten gescheitert.

Nun denn, wir werden das positiv sehen, im Notfall laufe ich auf der Mainzer Landstraße von Kinderhand zu Kinderhand. Und sowieso ist Marathon ja wie Urlaub. Mit Schmerzen.

Bleibt noch eine Frage. Wie angehen? Die @Exilfortunin meinte letztens sehr optimistisch, dass bei dem Trainingstempo doch ein Ziel von 4:30 drin wäre. Zwar is the only good pace a suicide pace, aber ganz so schnell werde ich es nicht angehen.

Mein Ziel ist und bleibt eine Zeit unter 5:14:26. Und da mein absoluter Traum eine 4:59:59 ist, werde ich versuchen auch etwas unter dieser Zeit anzugehen. Geplant ist, die ersten 21 KM in einer 6:50 bis 6:59 Pace zu laufen. Danach mal sehen. In meinem Traum kann ich diese Pace bis km 35 halten und mache dann entweder eine riesige Endbeschleunigung oder gehen ein wie eine Primel. Wobei wirklich so etwas wie eine Endbeschleunigung im Gameplan drin ist. Die letzten 7 Km in einer 6:45 wäre schon toll. Aber da kommt wieder der Kopf. Wenn es nicht geht, wäre der Alternativplan die letzten 7 wenigstes in 7:30 zu laufen und so immerhin eine gute neue Bestzeit aufzustellen.

Ihr werdet es merken.

Das Training ist vorbei, nun noch 41 Kilometer bis zu den 42 Kilometern. Diese zum größten Teil sehr locker, Tapering halt.

Freitag, 3. Oktober 2014

Brück 'n' Roll / Köhlbrandbrückenlauf 2014

Heute ist der Tag der deutschen Einheit. Das ist nun erstmal nur bedingt ein Tag zum großen Feiern, insbesondere weil mir nationale Selbstbeweihräucherung immer eher etwas skeptisch ist.

Aber man kann das ja auch positiv sehen. Wenn man - wie ich - sich wünschen würde, dass Menschen das Konzept Grenzen aufgeben, dann ist dies wenigstens eine Grenze weniger. Ja liebe Leser, man sollte immer das positive sehen.

Und noch etwas positives hat der 3.10. gebracht. Immer an diesem Tag findet nun schon seit 4 Jahren der Köhlbrandbrückenlauf statt. Meistens passt er mir gar nicht in den Kram, weil er damit eigentlich immer direkt hinter irgendeinem Marathon liegt. Vor zwei Jahren lief ich ihn mal und kam auf eine 1:15:11. Gelaufen eine Woche nach dem Berlin Marathon in diesem Jahr.

Dieses Jahr war ich auch lange zögerlich, denn so ein Freitag ist ja eher ein Ruhetag. Nachdem aber das Union Spiel auf Samstag terminiert war und ich im Trainingsplan einen schönen Tempolauf stehen hatte, beschloss ich es zu wagen. Das Wagnis? Einen Tempolauf am Freitag zu machen und am Sonntag danach einen 30 KM Lauf. Und um das ganze noch ein bisschen zu verkomplizieren, ist morgen Fußball. Aber nun gut.

Köhlbrandbrückenlauf? Für die Leser, die nicht aus Hamburg kommen: Das ist die Brücke, die man sieht, wenn man mit der A7 von Süden nach Hamburg kommt. 40 Jahre alt und in diesen 40 Jahren mehr oder minder eines der Wahrzeichen dieser Stadt geworden. Zur Zeit aber in einem Zustand, dass wir uns an ihrem Anblick wahrscheinlich nur noch eine beschränkte Zeit erfreuen können. Planungen für einen Tunnel oder eine Ersatzbrücke (BUUUUUUUUHHH) liegen schon in irgendwelchen Schubladen. Aber noch kann man einen Lauf darüber organisieren.

Und damit der Lauf Spaß macht, startet man, rennt einmal die Brücke hoch und runter, wendet und rennt sie noch mal hoch und wieder runter. Und die hat eine ordentliche Höhe (53 Meter unter der Fahrbahn, also noch ein paar Meter mehr, wenn man drüber rennt). Insgesamt hat der Lauf 12 KM. Das ist natürlich weder Fisch noch Fleisch, aber für einen Tempolauf gut geeignet.

Die Veranstaltung besteht aus zwei Startzeiten. 12 Uhr und 15 Uhr. Meiner Einer hatte durch sein spätes Anmelden natürlich die unbeliebtere 15 Uhr Zeit erwischt und konnte so noch sein Schwesterherzchen  bepöbeln, die um 12 Uhr startete.

Ein kleiner Haken hatte aber das Verweilen auf der "Eventfläche" (so nennt man da den Start- Zielbereich). Es moderierte ein gewisser Lou Richter. Die Menschenrechtskonvention wird dabei also sträflich außer acht gelassen.

Nun gut, während Schwesterherzchen so lief, war ich am sabbeln mit Abteilungsmitgliedern. Und dann kamen auch schon die Siegerinnen des 1. Laufes. Ja richtig gelesen. Zwei Damen aus Hamburg zockten alle Kerle ab und liefen auch noch neuen Streckenrekord für Damen. Beide zusammen und die sahen nicht so aus, als ob die nun wirklich am brutalen Anschlag liefen. Okay, das waren Profidamen, aber trotzdem: Mein Respekt.

Kurz noch Schwesterchen abgefeiert und dann selber hübsch gemacht. Und als ganz neue Erfahrung mit der geliehenen Uhr von Schwesterchen gelaufen. Denn meine GPS-Uhr hatte beschlossen, dass sie gerne vergessen werden wollte.

Nun denn, ich wollte den Lauf Vollgas angehen und dann einfach mal gucken, ob ich vollkommen einbreche oder das Tempo halten kann. Prinzipiell ging das auch schon mal gut los, denn nach einem etwas langsameren 1. Kilometer (meistens, weil man noch keine freie Bahn hatte), düste ich ordentlich ab und hatte bis zum Beginn der ersten Steigung (eine vorgelagerte Brücke) bei ca. KM 2 gerade mal irgendwas über 11 Minuten gebraucht. Auf der Pulsuhr blinkte eigentlich konstant ein Tempo mit einer 5 vor dem Doppelpunkt auf, so dass alles im Rahmen war. Bzw. deutlich schneller als der geplante Rahmen. Dann begann aber der lange Anstieg auf die Brücke. Und mein Ziel war es hier auch nicht zu überziehen. Kleine Schritte war das Mantra. Viele Leute schleppen ihr Handy oder eine Kamera mit, so dass man immer so ein bisschen mit plötzlichen Knipsern rechnen muss.

Aber auch das ging alles gut. Ich selber bin nicht wirklich schwindelfrei und fahre deswegen nicht wirklich gerne über diese Brücke. Aber siehe da: Beim Laufen ging es ziemlich problemlos. Nur die Pace war nun irgendwo knapp unter 7:00 angekommen. Ging eben doch ganz ordentlich bergauf.

Nun haben wir ja Oktober. Und mit 25 Grad Tagen rechnet man da eher nicht mehr. Und wirklich Schatten hat man in diesem Hafengebiet nicht. Daher klebte mir schon  bei Kilometer 3 der Gaumen an der Zunge. Trockener Mund allez. Und dies obwohl ich vor dem Lauf ordentlich Wasser in mich reingekippt hatte.

Das man es die Brücke hoch geschafft hatte, merkte man an einer Dudelsackband, die oben spielte. Geile Leute. Richtig cool. Und viele Selfies mit Dudelsackband und Hamburg Skyline wurden geschossen. Den Ausblick bekommt man halt nur einmal pro Jahr.

Für mich begann nun aber der wilde Abstieg und in einer guten 5:10 Pace düste ich gen Wendepunkt. Da war dann auch die Erlösung für den Gaumen, da gab es nämlich Wasser. Kurze Pause, ganz viel Wasser in mich rein gekippt und das wieder hoch, was man eben runter gelaufen war. Nun gut, man gönnt sich ja sonst nix.

Wieder nicht überziehen, ganz in Ruhe. Was man hier gewinnt, verliert man auf dem restlichen Weg doppelt. Und da mir ehrlich gesagt zu warm wurde, machte ich bei den Dudelsäcken eine kurze Gehpause von vielleicht 50 Metern. Pace Bergauf nun wirklich bei 6:59, aber ein Blick auf die Uhr verriet, dass ich immer noch gut unter einer Pace von 6:00 für den ganzen Lauf war.

Nun wieder bergab und Gas geben. Die Zeit wieder raus holen. Noch 4 Kilometer und nun eigentlich nur noch flach. Ich versuchte so schnell wie möglich zu laufen, aber die Hitze zollte doch ein bisschen Tribut und so konnte ich das Tempo nicht ganz halten. Weg von einer 5:30 auf flacher Strecke, hin zu einer 6:10. Egal. Ich war immer noch auf Kurs und auch eine weitere kurze Gehpause konnte die Zeit nicht mehr versauen.

Endspurt! Und bei 1:10:58 (offiziell und netto) blieb die Uhr stehen. Für 12 KM mit ordentlich Höhenmetern ist das mal ein Brett für mich.

Im Ziel eine wirklich schöne Medaille (ihr folgt mir doch alle schon auf Instagram, oder??) und alkoholfreies Bier. Auch gut für den bereits schon wieder klebenden Gaumen.

Mal gucken, wie sich der Ritt heute auf den sonntäglichen Long Jogg auswirkt. Danach können wir dann mal ein Fazit ziehen.